Tamera

www.tamera.org
Tamera Juli 2016 Gemeinschaft als Heimat aller Menschen
GLOBAL ECOVILLAGE NETWORK 2016 – A year in review
Arid land to a fertile Eden: permaculture lessons from Portugal

Community Life
Community isn’t a sentimental dream, it’s the next step in human evolution. D. Duhm
Only tribes will survive. Vine Deloria jr. / Native American
When I see modern nuclear families in the US and in Europe with one father, one mother and one or two children I ask myself: Where are all the others?
Sobonfu Somé / Burkina Faso
The original community of human beings was not the family but the tribe. The community is the bed for all human life including family. Community is the organ of the whole which had been wounded the most. If we want to put into practice a sustainable ecological humanism we have to re-develop its foundation: a place amongst humans where children, men and women feel at home. From this base a stable peace and an authentic ethic will arise. Community and being an individual is not a contradiction: authentic individualism can only be developed on a seedbed of trust. Living in community means to live on a communitarian base instead of a private one. Maybe this is the most radical change of paradigms which is thinkable.

The ethic orientation for community is:
1.Mutual support
2.Truth and transparency
3.Responsible participation

DIETER DUHM – Mitbegründer des ZEGG
Der Soziologe Dieter Duhm (Jg. 42) ist Mitbegründer des Heilungsbiotops Tamera
und Autor von »Der unerlöste Eros« (1991)
Die Kriegsgesellschaft und ihre Transformation
von Dieter Duhm
Es kann auf der Erde keinen Frieden geben, solange in der Liebe Krieg ist.
Der weltweite Krieg wurzelt in den tiefsten Strukturen unserer Zivilisation und kann deshalb nicht allein durch Friedensappelle, Aufklärung und Widerstand verhindert werden. Die globale Friedensarbeit braucht ein neues globales Konzept für eine Zukunft ohne Krieg. Die Kriegsindustrie ist ein fester Bestandteil unserer Zivilisation. Wenn wir eine Zukunft ohne Krieg haben wollen, brauchen wir eine andere Zivilisation, eine andere Art des Zusammenlebens und eine andere Art, die Erde zu besiedeln. Wirklicher Friede ist keine Parole, sondern eine andere Lebensform und eine andere Gesellschaftsform. Wirklicher Friede geht aus sozialen Strukturen hervor, welche die menschlichen Grundwerte wie Anteilnahme, Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und Solidarität nicht zerstören, sondern erzeugen und bewahren. Wir brauchen eine weltweite Kooperative entschlossener Menschen, um die neuen Gemeinwesen aufzubauen. Dieser Text ist an alle gerichtet, die bereit und fähig sind, eine solche Kooperative aufzubauen oder sie mit allen Mitteln zu unterstützen. Die Machtkartelle aus Wirtschaft, Politik u. Militär wissen, dass bei ihrer Eroberungspolitik Kinder verbrennen, erfrieren, verhungern werden – und sie tun es. Sie wissen, dass Familien auseinandergerissen und Gemeinschaften zerstört werden – und sie tun es. Sie reden von Frieden, Freiheit und Demokratie und töten alle Freiheitskämpfer, die ihren Plänen im Wege stehen. Sie haben eine Welt des Konsums errichtet, die auf der anderen Seite der Erde zu Versklavung, Verzweiflung und Untergang führt. Hinter den Zahlen an den Börsen steht das Leid unzähliger Menschen und Tiere. An den Folgen von Kolonisierung und Globalisierung sterben mehr Menschen als jemals in einem Krieg gestorben sind. Können wir fortfahren, unsere Vorteile zu genießen und unseren Einsatz auf Worte zu beschränken? Wir müssen reale Wege und Mittel finden, die Erde vom Krieg zu befreien. Wir nehmen indirekt teil am Krieg, weil wir keine Zeit haben zu begreifen, was da eigentlich
geschieht. Unsere Kultur ist so eingerichtet, dass niemand Zeit hat zu begreifen, was da eigentlich geschieht. Wir nehmen teil am Krieg, weil wir teilnehmen an einer Zivilisation, die überall den Krieg erzeugt. Der Krieg ist ein Bestandteil unserer Zivilisation, unserer Wirtschaft, unseres Konsums und unserer Vorstellungen vom Leben. Unsere eigene, westliche Gesellschaft lebt von Rüstungsindustrie und Waffenhandel, vom Krieg gegen die Natur, vom Krieg gegen die Dorfgemeinschaften und die Bauern der sog. Dritten Welt, vom Krieg gegen die Liebe, vom Krieg gegen die geistigen Anker und Heimatplätze der menschlichen Gattung. Dieser Krieg fordert seine Opfer in Afghanistan oder Irak, in Lateinamerika oder Palästina, aber er fordert seine Opfer auch dort, wo angeblich Frieden und Demokratie herrschen: in den Büros und Fabriken, in den Schulen und Familien, in den Liebesbeziehungen und gescheiterten Ehen, in der Situation heimatloser Jugendlicher, im sexuellen Notstand der Jugend, in den Seilschaften des organisierten Kindesmissbrauchs, wie sie in Belgien (Dutroux) und jetzt in Frankreich und Spanien aufgedeckt wurden. Und schließlich in der auswegslosen Situation von Menschen, die im Lügenwerk der bestehenden Kultur nicht mehr zurechtkamen: Jede halbe Stunde begeht ein Mensch in Deutschland Selbstmord. Und sind nicht auch die Schlachthöfe, die Pelztierfarmen und Tierlabors ein Teil des alltäglichen Krieges? Muss der Fortschritt einer Kultur wirklich mit so maßlos viel Tierleid verbunden sein? Es gibt eine Lösung. Wir können sie erkennen, wenn wir aus genügendem geistigem Abstand das Ganze betrachten, in dem sich das derzeitige Leben auf der Erde abspielt. Betrachte die Erde als einen lebendigen Organismus, dessen Lebewesen durch bestimmte Frequenzen miteinander verbunden sind. Du bist selbst ein Organ in diesem Organismus. Mit deinen Gedanken, Worten und Taten sendest du bestimmte Frequenzen aus, die dem Frieden dienen oder dem Krieg. Du wirst erkennen, dass du selbst noch ein Teil des globalen Kriegsgeschehens bist, solange du von den gewohnten Gedanken der Angst, der Wut oder Rache gelenkt wirst. Schaffe also Orte, wo du die Kraft findest, den Kriegskräften keine Resonanz mehr zu geben, weder denen in der Welt noch denen in dir selbst. Solche Orte könnten sein: spezielle Tagungshäuser, spirituelle Zentren, Pilgerwege, Gemeinschaften. Du wirst erkennen, dass Opfer und Täter oft in einer analogen Struktur miteinander verbunden sind und dass du selbst ebenso gut Opfer wie Täter sein könntest. Es ist eine tiefe gemeinsame, geschichtlich entstandene Leidensstruktur, aus der sowohl die Opfer als auch die Täter hervorgehen. Auch die Täter waren einmal Opfer, auch sie wurden ihres Vertrauens, ihrer Liebe, ihrer menschlichen Heimat beraubt. Auch sie kommen aus Lebensverhältnissen, in denen Gewalt produziert wurde. Alice Miller hat diese Lebensverhältnisse bei bekannten Gewalttätern recherchiert und beschrieben. Der serbische Diktator Milosevic hat in seiner Kindheit miterlebt, wie beide Eltern Selbstmord begingen. Auch bei den brutalsten Killern ließe sich die alte Mignon-Frage wiederholen: Was hat man dir, du armes Kind, getan? Du wirst verstehen, dass es sich hier nicht um Sentimentalität handelt, sondern um eine kollektive Grundtatsache unserer gegenwärtigen Zivilisation: das Drama der Entwurzelung, das Drama missglückter Liebesbeziehungen, das Drama
heimatloser Kinder, das Drama von Trennungsschmerz und menschlicher Verlassenheit ist nicht mehr ein Privatproblem, sondern es ist das gesellschaftliche und menschheitliche Drama unserer Zeit. Hinter der weltweiten Epidemie gnadenloser Gewalt steckt die Erfahrung eines Schmerzes, der anders nicht mehr bewältigt werden kann. Das ist das globale Kernthema, mit dem wir uns heute beschäftigen müssen. Die Frage heißt: Wie stoppen und überwinden wir die Produktion von Trennungsschmerz, Verlustangst und Verlassenheit? Oder positiver: Wie schaffen wir reale Lebens- und Liebesverhältnisse, die dem Wachstum des Vertrauens und der Solidarität mit allen Mitgeschöpfen dienen? Wir brauchen nicht nur eine Lösung für die Opfer, sondern wir brauchen eine Lösung für die ganze Menschheit. Und last but not least: Wir brauchen auch eine Lösung für die Tierwelt. Lasst uns gemeinsam noch eine Weile an dem Ort verweilen, wo Vorurteile durch Nachdenken ersetzt werden. Es gibt eine »objektive Vision« des Friedens, die – als reale Möglichkeit – in den Strukturen der Wirklichkeit verankert ist. Sie unterliegt nicht subjektiver Beliebigkeit. Sie ist das Urbild im holografischen Film des Universums, sie ist der entelechiale Kern aller Dinge, sie ergibt sich aus den Resonanzsystemen der Welt, sie ist angelegt im genetischen Code aller Zellen, und sie liegt als abrufbare Denkmöglichkeit in unserem Bewusstsein. Wir können sie als »Heilige Matrix« bezeichnen. Man hat in früheren Jahrhunderten versucht, diese Heilige Matrix in harmonikalen Zahlen, in geometrischen Mustern, in Proportionen von Tempeln und Kathedralen auszudrücken. Wir Heutigen aber müssen sie umsetzen in reale Lebensverhältnisse, Arbeitsverhältnisse, Wohnverhältnisse, Liebesverhältnisse, in Technik und Organisation, in soziale Struktur und ökologische Ethik. Die gesellschaftliche Welt braucht ein anderes Betriebssystem, um den Friedenscode zu verwirklichen. Die bestehende Zivilisation ist ein Betriebssystem von Herrschaft, Angst und Gewalt. Die Heilige Matrix ist ein Betriebssystem der Offenheit, Transparenz und Verbundenheit.
Es ist heute eine menschheitliche Aufgabe, für dieses neue Betriebssystem die ersten funktionierenden Zentren und Modelle zu schaffen. Wir nennen sie »Friedensdörfer«
oder »Heilungsbiotope«. Wenn es an einigen Orten der Erde gelingt, neue Gemeinwesen zu schaffen, die mit der Heiligen Matrix übereinstimmen, dann dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine globale Feldwirkung ergeben, welche in der Lage ist, latente Friedens- und Heilungskräfte freizusetzen, die heute noch hinter Angst und Sorge verborgen sind. Der Weg zur Überwindung des Krieges endet nicht in einer aufgeklärten Innerlichkeit. Die Welt braucht nicht nur gute Menschen, sie braucht vor allem reale neue Lebensformen für eine Zukunft ohne Krieg. Sie braucht Modelle für eine neue Zivilisation, damit wir anfangen können, unseren Planeten auf eine neue, mit den Gesetzen des Lebens übereinstimmende Weise zu besiedeln. Um Frieden zu manifestieren, müssen wir wissen, was Friede ist. Wir müssen die Regeln des Vertrauens und der Liebe lernen. Wir erlernen die Gesetze des universellen Friedens, indem wir die Gesetze des Vertrauens in der universellen Gemeinschaft erlernen. Denn alles Leben existiert in Gemeinschaft. Wenn wir überleben wollen, brauchen wir neue Formen der Gemeinschaft: Gemeinschaft mit Menschen und Völkern, mit Tieren und Pflanzen, mit allen Wesen der Natur und der Schöpfung. Wir brauchen Gemeinschaften der Koevolution, der Kooperation und der gegenseitigen Unterstützung aller Beteiligten, denn alle folgen sie demselben Lebenstrieb, alle werden gelenkt durch das Eine Sein, das Eine Bewusstsein, die Eine genetische Formel, alle zusammen bilden die große Familie des Lebens auf der Erde. Die Wiederentdeckung der Gemeinschaft, die Befähigung zu gemeinschaftlichem Leben, die Bereitschaft zur Kooperation mit allen Mitgeschöpfen – das ist die Schlüsselaufgabe unserer Zeit. Die bekannte Biologin Lynn Margulis hat sinngemäß geschrieben: Wenn wir die ökologischen und sozialen Krisen, die wir herbeigeführt haben, überleben wollten, wären wir wohl gezwungen, uns auf völlig neue, dramatische Gemeinschaftsunternehmungen einzulassen. Eine deutsche Rockband (»Die Ärzte«) hat gesungen: Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Unmissverständlich wird hier auf den Zusammenhang von Liebesentzug und Kriegsbereitschaft hingewiesen. Weiter singen sie:
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren, deine Eltern hatten niemals für dich Zeit. … Weil du Probleme hast, die keinen interessieren, weil du Schiss vorm Schmusen hast, bist du ein Faschist. Das sind Zusammenhänge, die wir sehen und verändern müssen, wenn wir den Krieg beenden wollen. Die kollektive Ausbreitung der Gewalt, die wir auf der Erde erleben, ist die Explosion von lange unterdrückten und gestauten Energien, die nicht in die etablierten Systeme hineinpassten. Die amerikanischen oder israelischen oder russischen Jungs, die mit Panzern und lauter Musik durch Bagdad oder Ramallah oder Grozny fahren und in die Häuser ballern – sie kommen alle aus Verhältnissen, die nicht in der Lage sind, diesen überschießenden Energien eine positive Richtung zu geben. Sabine Lichtenfels, Mitbegründerin des Heilungsbiotops Tamera in Portugal, schreibt: Krieg entsteht aus lange zurückgehaltener Energie. Krieg entsteht daraus, dass du einen Teil deiner Seele für schlecht hältst, verurteilst und so diesen Teil deiner Kraft der Welt ständig vorenthältst, bis er eigenständig hervorbricht und zerstörend wirkt. Unter diesen Umständen verstehen wir die sadistischen Grausamkeiten, die jeden Krieg begleiten, wie beispielsweise die sexuellen Folterungen im Irak. Ein junger Mann wird gefragt, warum er in der Fremdenlegion ist. Er sagt: Weil ich ein richtiger Mann werden will. Wir werden diese Probleme nicht allein durch politischen Widerstand und durch moralische Appelle oder spirituelle Innerlichkeit überwinden können. Wir brauchen neue Formen des Zusammenlebens, neue Gemeinschaften und neue Lebensräume, in denen man auf weichere Art ein richtiger Mann werden kann, in denen man keine Angst vor der Liebe hat und wo man keine Springerstiefel braucht, um seine Sehnsucht zu verstecken. Wenn wir den Krieg beenden wollen, müssen wir ihn da beenden, wo er tagtäglich neu gezeugt und neu geboren wird: In unseren alltäglichen Lebensverhältnissen, im Dauerstress von geistloser und monotoner Arbeit, in den Methoden der Profitmaximierung und der Profitverteilung, in Büros und Fabriken, in Schulen und Familien, in den Tragödien der Liebe, in unseren Vorstellungen von Mannsein, Frausein, von Sex und Liebe, in den viel zu engen Käfigen unseres beruflichen, sozialen und sinnlichen Lebens. Wir wollen, dass die Jugend der Welt nicht mehr in den Krieg zieht? Dann brauchen wir ein höheres Lebensziel, ein lohnenderes Leben und eine bessere Einsatzmöglichkeit der jugendlichen Kräfte. Wir wollen, dass die weltweite sexuelle Gewalt beendet wird? Dann müssen wir konkrete Lebensverhältnisse schaffen, wo sexuelle Freude ohne Gewalt, ohne Erniedrigung und ohne unnötige Einschränkungen erlebt werden kann. Wir wollen, dass keine Kinder mehr missbraucht werden? Dann lasst uns Lebensverhältnisse aufbauen, wo niemand mehr auf den Gedanken kommt, ein Kind als Sexualobjekt zu betrachten. Nicht nur träumen, reden, wünschen, appellieren, sondern aufbauen, real bauen! Die Welt wird erst besser werden, wenn wir zeigen, dass es möglich ist. Dafür müssen überzeugende Modelle geschaffen werden. Das Know-how dafür ist vorhanden bzw. es befindet sich in realer Entwicklung und wartet darauf, an geeigneten Orten sinnvoll zusammengesetzt zu werden. Für die Errichtung zukunftsweisender Friedensdörfer liegen sowohl soziale als auch technologische Konzepte bereit, die bislang mangels finanzieller und publizistischer Unterstützung noch nicht in der nötigen Größenordnung verwirklicht werden konnten (siehe www.igf-online.org). Dies alles müssen wir tun, wenn wir ernsthaft den Krieg, in dem sich unsere gegenwärtige Welt befindet, beenden wollen. Wir danken amnesty international und allen Friedensgruppen für ihren Einsatz. Wir fühlen uns verbunden mit den Menschen, die an vielen Orten der Erde das Leben schützen und Widerstand leisten gegen das weltweite Unrecht. Aber wir müssen darüber hinaus das positive menschheitliche Ziel sichtbar machen. Lasst uns dafür die ersten überzeugenden Modelle schaffen und die vorhandenen Konzepte verwirklichen. Wir freuen uns auf alle, die mit uns in diesem Sinne kooperieren wollen. Die Welt braucht jetzt den Zusammenschluss der engagiertesten Friedensarbeiter/innen, damit auf der Erde ein neues Forum entsteht: Eine weltweite Kooperative für eine Zukunft ohne Krieg. Im Namen unserer
Kinder und aller späteren Generationen.
Im Dienste aller Kreatur.
(Mai 2005)
* * *
Dr. Dieter Duhm, geb. 1942 in Berlin, Psychoanalytiker und Soziologe, Mitbegründer des Heilungsbiotops »Tamera«, Autor von »Angst im Kapitalismus« (1972), »Der unerlöste Eros« (1991), »Die Heilige Matrix« (2001). Er entwickelte den »Plan der Heilungsbiotope«,
eine Strategie zur Verwirklichung von Frieden auf der Erde.

Aufbau futurologischer Zentren
Eine Mitteilung des Friedensforschungszentrums Tamera
Die Globalisierung des Friedens geschieht nicht durch technische Megasysteme, sondern durch neue Lebensmodelle. Wir kennen die Probleme von Hunger und Krieg, Kriminalität und Gewalt, Umweltzerstörung und drohender Klimakatastrophe. Aber das zentrale Krisengebiet unserer Zeit ist die Beziehung unter Menschen. Ein futurologisches Projekt muß dafür sorgen, daß hier eine tiefe Wandlung in Richtung Heilung und Vertrauen geschehen kann. Wir brauchen ein neues soziales und geistiges Konzept für das Zusammenleben der Menschen untereinander und mit allen Mitgeschöpfen, und wir brauchen ein neues technologisches Konzept für eine gewaltfreie Kooperation mit den Naturkräften. Die in den derzeitigen Zukunftsentwürfen geplanten Megastädte und Cyberwelten können keinen Frieden bringen. Die Menschheit wird nicht satt und nicht heil durch technologische Wunderwerke (so wichtig sie manchmal sind), auch nicht durch die bestgemeinten Projekte für Ökologie, gesunde Ernährung und autarke Energieversorgung. So faszinierend und unverzichtbar die neuen technologischen Möglichkeiten sind, so sehr bedürfen sie einer neuen menschlichen und sozialen Struktur, damit Humanität entstehen kann.
Damit das kollektive Trauma tatsächlich gelöst werden kann, brauchen wir neue kommunitäre Lebensformen mit einer neuen Ordnung für Produktion und Konsum, für die Kooperation mit der Gaia-Erde, für das Zusammenleben der Geschlechter und für ein liebevolles Zusammenleben mit aller Kreatur. Der Aufbau derartiger Zukunftsgemeinschaften ist die tiefste und umfassendste Aufgabe unserer Zeit. Wir brauchen vor allem einen fundamentalen Paradigmenwechsel im Kernbereich (Alphabereich) des menschlichen Lebens, also im Bereich von Sex, Liebe, Partnerschaft, Gemeinschaft und Religion. Aus diesen Gründen entwickeln wir seit einigen Jahren das Projekt “Zukunft ohne Krieg” und den „Globalen Campus“. Ziel des Projekts ist die Errichtung von futurologischer Zentren, Heilungsbiotopen und Weltfriedensdörfern an verschiedenen Orten der Erde. Die anfängliche Verwirklichung geschieht in kleinen, aber hochkomplexen Pilotmodellen, in denen die neuen Entwicklungen im technischen und im menschlichen Bereich sinnvoll zusammengeführt werden. Diese Zentren sind die Kristallisationskerne der neuen Welt. Von ihnen aus entwickeln sich die Vernetzungen, die Energielinien und Perspektiven für die kommende Epoche. Wenn hier die Weichen richtig gestellt werden, blicken wir in eine reale Zukunft ohne Krieg. Aus der Verbindung von hoch entwickelter Technologie und hochentwickelter menschlicher Kultur ergibt sich die globale Feldwirkung der neuen Zentren. Wie früher die globale Feldwirkung von Dampfmaschine, Elektromotor oder Computertechnik. Ihre feldhafte Verbreitung wird sehr schnell stattfinden, sobald die ersten funktionierenden Modelle stehen.

TAMERA
Die genannten Gedanken und Ziele bilden die Grundlage des Friedensforschungszentrums Tamera in Portugal. Das Projekt ist 1995 gegründet worden. Heute umfaßt es eine Gemeinschaft von 160 Bewohnern, eine Friedensschule, Spezialanlagen für Permakultur und Solarenergie, ein entstehendes „Solarvillage“ mit technischer Universität, ein globales Netzwerk mit den ersten Stützpunkten des „Globalen Campus“ in verschiedenen Krisengebieten der Erde. Außerdem hoffen wir auf die Entstehung einer „planetarischen Gruppe“, welche dafür sorgt, daß die Grundgedanken weltweit wirksam werden. Möge diese Mitteilung dazu beitragen. Mögen sich weltweit die Menschen finden, die an diesem Konzept mitarbeiten wollen. In Vorfreude auf neue Kooperationspartner.
Im Namen der Liebe, im Namen aller Kinder,
im Namen aller Kreatur.
Dieter Duhm
Tamera, Dezember 2007
© Copyright www.zukunft-ohne-krieg.de 2008
Dieser Text darf unbegrenzt reproduziert werden, solange die Quelle mit angegeben wird. Danke für die Verbreitung der Gedanken!

12308389_933080590072932_7592999224117127201_n

TERRORISMUS UND LIEBE
Nicht Rache, sondern Besinnung.
Friedenswille ist nicht mehr nur ein Aufschrei gegen äußere Verhältnisse, sondern Friedenswille ist die entschlossene Veränderung unserer eigenen Lebensverhältnisse. Es gibt nicht mehr die Schuldigen und die Unschuldigen im alten Sinn. Wir müssen nicht die Schuldigen suchen und beseitigen, sondern die Ursachen. Die Ursachen liegen in einem weltweiten System von Ausbeutung und Barbarei, getragen von Wirtschaftsverbänden, Regierungen, Militärs und Geheimdiensten. Sie liegen in einer falschen Wirtschaftsordnung, welche auf Konsum, Naturzerstörung und Ausbeutung der armen Welt basiert. Sie liegen in einem Lebenssystem von Beruf, Ehe, Karriere und Konsum, welches dieser Ausbeutung zugrundeliegt und an welchem wir alle mehr oder weniger teilhaben. Es hat keinen Sinn mehr, die Ursachen nur im Äußeren zu suchen, sie liegen längst auch in unserem Inneren. Das Unglück in unseren Liebesbeziehungen, millionenfach reproduziert, kann keine heilsame Politik hervorbringen. Es kann im Äußeren keinen Frieden geben, solange wir im Inneren mit Feindbildern und Hassgedanken herumlaufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.