Anne Frank


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Anne Frank
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Anne Frank Tagebuch
Schreiben als Überlebensstrategie
Das Tagebuch der Anne Frank Teil 1
Das Tagebuch der Anne Frank (2/2)
Meine Tochter Anne Frank
Anne Frank – ein Tagebuch geht um die Welt
Anne Frank 24. Dezember 1943

„Wie herrlich ist es, dass niemand
eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen,
die Welt langsam zu ändern!“
Anne Frank, 14 Jahre alt, 26. März 1944

Mit Datum vom 24. Dezember 1943 schreibt Anne:
“Beste Kitty!
Ich habe dir schon öfter geschrieben, dass wir hier alle so unter Stimmungen leiden, und ich glaube, dass das vor allem in der letzten Zeit bei mir stark zunimmt. […] Wenn jemand gerade von draußen hereinkommt, mit dem Wind in den Kleidern und der Kälte im Gesicht, dann würde ich am liebsten meinen Kopf unter die Decke stecken, um nicht zu denken: “Wann ist es uns mal wieder vergönnt, Luft zu riechen?” Und obwohl ich meinen Kopf nicht unter der Decke verstecken darf, mich im Gegenteil aufrecht und stark halten muss, kommen die Gedanken doch, nicht nur einmal, sondern viele Male, unzählige Male. Glaub mir, wenn man eineinhalb Jahre eingeschlossen sitzt, kann es einem an manchen Tagen mal zu viel werden, ob es nun berechtigt oder undankbar ist. Gefühle lassen sich nicht auf zur Seite schieben. Radfahren, tanzen, pfeifen, die Welt sehen, mich jung fühlen, wissen, dass ich frei bin – danach sehne ich mich. Und doch darf ich es nicht zeigen. Denn stell dir vor, wenn wir alle acht anfingen, uns zu beklagen oder unzufriedene Gesichter zu machen, wohin sollte das führen? Manchmal überlege ich mir: “Kann mich wohl irgendjemand verstehen, über die Undankbarkeit hinwegsehen, hinwegsehen über Jude oder nicht Jude, und nur den Backfisch in mir sehen, der so ein großes Bedürfnis nach ausgelassenen Vergnügen hat?” Ich weiß es nicht, und ich könnte auch nie, mit niemandem, darüber sprechen, denn ich würde bestimmt sofort anfangen zu weinen. Weinen kann so eine Erleichterung bringen, wenn man nur einen Menschen hat, bei dem man weinen kann. […] Nun ist es genug, mein “zu Tode betrübt” ist beim Schreiben ein bisschen vorbeigegangen!
Deine Anne“
[Anne Frank, Tagebuch, Fischer Taschenbuch Verlag 1986, S. 153 – 155]

Donnerstag, 25. Mai 1944
Jeden Tag was anderes! Heute Morgen ist unser Gemüsehändler verhaftet worden, er hatte zwei Juden im Haus. Das ist ein schwerer Schlag für uns, nicht nur, dass die armen Juden jetzt am Rand des Abgrunds stehen, auch für ihn ist es schrecklich. Die Welt steht hier auf dem Kopf. Die anständigsten Menschen werden in Konzentrationslager, Gefängnisse und einsame Zellen geschickt, und der Abschaum regiert über Jung und Alt, Arm und Reich.