Psychotherapie der Hl Hildegard

brunnen des lebens

DER BRUNNEN DES LEBENS
In ihrem Buch von den göttlichen Werken Liber Divinorum Operum sieht Hildegard den Brunnen des Lebens, auf dem drei Gestalten wirken, nämlich die Liebe (caritas), die die Herrlichkeit des lebendigen Gottes versinnbildlichen soll, die Demut, die eine Gehilfin der Liebe ist, und den Frieden, der mit der Demut verbunden ist. Diese drei Tugenden entzünden im Menschen die Sehnsucht nach den himmlischen Möglichkeiten.
Das Bild und die Sprache der Liebe: „Ich, die Liebe, habe den Menschen entworfen, der in mir wie ein schattenhaftes Spiegelbild verwurzelt ist, so wie man im Wasser das Spiegelbild eines jeden Geschöpfes erblicken kann. Daher bin ich ein lebendiger Quellbrunnen, weil alle Geschöpfe wie ein Spiegelbild in mir waren, und der Mensch ist nach diesem Spiegelbild mit Feuer und Wasser nach mir geschaffen, so wie ich selber Feuer und lebendiges Wasser bin. Ich bin der milde Regen, aus dem der Tau entsteht, mit dem alle Kräuter mit Freuden gedeihen.“

DAS BUCH DER LEBENSVERDIENSTE (LIBER VITAE MERITORUM)
Einführung in das Buch der Lebensverdienste
Tugenden und Laster
Wighard Strehlow Die Psychotherapie der Hildegard von Bingen
Hildegard von Bingen – Der Mensch zwischen Wert und Unwert
Hildegard von Bingen Interview mit Schwester Philippa Rath
Die Praxis der Hildegard Transformation
Zur Diätetik der Seele : Ernst von Feuchtersleben
Die Autorität eines Christen – Das Leben genießen – Joyce Meyer
Demut kommt vor dem Erfolg (1) – Joyce Meyer
Demut kommt vor dem Erfolg (2) – Joyce Meyer
Gottes übernatürliches Wohlwollen
Die Toten Hosen Ertrinken
Alle gegen sich selbst

DAS BUCH DER LEBENSVERDIENSTE
KATALOG DER TUGENDEN UND DER LASTER
01. Amor saeculi (Weltliebe)- Amor caelestis (Liebe zum Himmlischen)
02. Petulantia (Ausgelassenheit)- Disciplina (Zucht)
03. Joculatrix (Vergnügungssucht)- Verecundia (Schamhaftigkeit)
04. Obduratio (Herzenshärte)- Misericordia (Barmherzigkeit)
05. Ignavia (Feigheit)- Divina victoria (Gottes Sieg)
06. Ira (Zorn)- Patientia (Geduld)
07. Inepta laetitia (Ausschweifung)- Gemitus ad Deum (Sehnsucht nach Gott)
08. Ingluvies ventri (Schlemmerei)- Abstinentia (Enthaltsamkeit)
09. Acerbitas (Engherzigkeit)- Vera Largitas (Freigebigkeit)
10. Impietas (Gottlosigkeit)- Pietas (Frömmigkeit)
11. Fallacitas (Lüge)- Veritas (Wahrheit)
12. Contentio (Streitsucht)- Pax (Friede)
13. Infelicitas (Schwermut)- Beatitudo (Seligkeit)
14. Immoderatio (Maßlosigkeit)- Discretio (Maß)
15. Perditio animarum (Verstocktheit)- Salvatio animarum (Seelenheil)
16. Superbia (Hochmut)- Humilitas (Demut)
17. Invidia (Mißgunst)- Charitas (Liebe)
18. Inanis gloria (Ruhmsucht)- Timor Domini (Gottesfurcht)
19. Inobedientia (Ungehorsam)- Obedientia (Gehorsam)
20. Infidelitas (Unglaube)- Fides (Glaube)
21. Desperado (Verzweiflung)- Spes (Hoffnung)
22. Luxuria (Wollust)- Castitas (Keuschheit)
23. Injustitia (Ungerechtigkeit)- Justitia (Gerechtigkeit)
24. Torpor (Stumpfsinn)- Fortitudo (Tapferkeit)
25. Oblivio (Gottvergessenheit)- Sanctitas (Heiligkeit)
26. Inconstantia (Unbeständigkeit)- Constantia (Beständigkeit)
27. Cura terrenorum (Sorge für das Irdische)-
Caeleste desiderium (Sehnsucht nach Himmlischem)
28. Obstinatio (Verschlossenheit)- Compunctio cordis (Zerknirschung)
29. Cupiditas (Habsucht)- Contemptus mundi (Weltverachtung)
30. Discordia (Zwietracht)- Concordia (Eintracht)
31. Scurrilitas (Spottsucht)- Reverentia (Ehrfurcht)
32. Vagatio (Umherschweifen)- Stabilitas (Stetigkeit)
33. Maleficium (Magische Kunst)- Cultus Dei (Gottes Dienst)
34. Avaritia (Geiz)- Sufficientia (Genügsamkeit)
35. Tristitia saeculi (Weltschmerz)- Coeleste gaudium (Himmlische Freude)

Gebet-Genügsamkeit
Über den Sternen throne ich, weil mir deine Gaben genügen. Ich freue mich am süßen Ton der Pauken, da ich auf dich vertraue. Ich küsse die Sonne, umarme den Mond und halte ihn fest; mir genügt, was sie für mich ersprießen lassen. Was sollte ich mehr noch wünschen, dessen ich gar nicht bedarf? Alles erweist mir Barmherzigkeit. Im Haus meines Königs darf ich wohnen, sitzen beim königlichen Mahl, weil eine Königstochter ich bin.

Wenn ein Mensch zum Zorn oder zur Traurigkeit gereizt wird, soll er sogleich Wein am Feuer wärmen und mit kaltem Wasser mischen, und er wird sich leichter fühlen. (Gelöschter Wein)

Ist der Wermut noch frisch, so zerstosse ihn, drücke seinen Saft über einem Tuche aus; koche dann mässig den Wein mit Honig und giesse den Wermutsaft in den Wein…. Trinke dies nüchtern jeden dritten Tag vom Mai bis Oktober. Dann wird die Melancholie in dir niedergehalten. (HvB)

Die Reue wirkt im Menschen gleichsam wie Medizin. (HVB)

Wisse die Wege, erkenne deinen eigenen Weg durch die Welt und hin zu Gott. (HVB)

Das bedenke der Mensch. Auch das aus dem Ei schlüpfende Vöglein, das noch keine Flügel hat, beeilt sich nicht zu fliegen; erst wenn ihm Flügel gewachsen sind, fliegt es, da es sieht: Das Fliegen ist ihm angemessen. (HvB)

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Stelle dein Herz fest in Gott ! HvB

Wer sich der geistigen Verschlossenheit überlässt, wird den Toten gleich, die weder sehen noch hören, noch durch den Anhauch Gottes bewegt werden. HvB

Das richtige Mass auch in “geistigen Dingen”. Wer zuviel GEISTIGES aufnimmt und NICHT umsetzen kann, wird krank in Form von Verwirrung! (HvB)

Wenn aber das Wissen der Seele im Menschen nichts Trauriges und Widerwärtiges und Böses mehr spürt, dann vermag sich das Herz der Menschen der wahren Freude zu öffnen, so wie sich Blumen vor der Wärme der Sonne auftun. (HVB)

Hat der Mensch die Heiterkeit seines Gemütes wiedererlangt, dann kehren auch die Gefäße in ihren gesunden Zustand zurück. (HvB)

Der dritte Monat
Der dritte Monat kommt mit einem wilden Wirbel. Er kann gewaltige Unwetter mit sich führen, doch setzt er auch mit seinen vielfachen Winden die Keime der Erde in Bewegung. Mit dieser kraftvollen Art will die Natur die gefrorene Jahreszeit wachrütteln, in Bewegung setzen, damit der Frühling kommen kann. So auch der Mensch; er kann durch seinen stürmischen Charakter und seinen Hang zur Anerkennung sehr viel bewegen. Er muss jedoch vorerst seinen Hochmut, seinen Sturm, überwinden, oft durch leidvolle Erfahrungen, bevor seine Werke zu fruchten beginnen. (HvB)

Die Schwarzgalle
Die Schwarzgalle ist bei Hildegard von Bingen ein Stoff, der, wenn er stark vermehrt im Körper auftritt, zu Zornesausbrüchen oder stillen Kummer führen kann und die großen chronischen Krankheiten verursacht. Sie wird nach Hildegard durch falsche Lebensweisen, wie z.B. unmäßiges Essen, Diätfehler und Fehlernährung um ein Vielfaches vermehrt und führt so zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers.

Der Seele haftet eine Erfahrenheit im Himmlischen wie im Irdischen an. HvB

Hl. Hildegard erlebt Renaissance und real auf in Hildegard Strickerschmidt!
Güttingen: Sokrates Gesundheitszentrum Bodensee | Die große Mystikerin und Kirchenlehrerein (* 1098 † 1179) erlebt nicht nur eine hochverdiente und längst überfällige, durch ihre Heiligsprechung im Jahre 2012 neu befeuerte Renaissance, sondern nachhaltigste Glaubwürdigkeit im lebenden Beispiel von Hildegard Strickerschmidt. Nach der Hl.-Hildegard-Trilogie im Herbst 2013 mit dem Vortrag von Dr. Wighard Strehlow vom Hildegard-Zentrum Bodensee, Allensbach www.st-hildegard.com, dem “Hl.-Hildegard Papst“ persönlich als Höhepunkt, kam am 09. Juli 2014, 19.30, eine weitere ausgewiesene Hl.-Hildegard-Spezialistin ins neue und aufstrebende Sokrates Gesundheitszentrum Bodensee, Im Park 3, CH – 8594 Güttingen, www.klinik-sokrates.ch. Die Diplom-Heilpädagogin, Sozialarbeiterin, Buchautorin, Referentin und Ehrenpräsidentin der Internationalen Gesellschaft Hildegard von Bingen, www.hildegard-gesellschaft.org/neu/ueber_uns/bingen.html, Hildegard Strickerschmidt aus Bingen, referierte angelehnt an die überlieferten Worte: “Die Gedanken sind die Baumeister des Lebens!“ über Lebenskraft durch positive Lebenseinstellung. Jürg Koller, der Leiter von Verwaltung und Hotellerie begrüßte ein erwartungsvolles und überaus zahlreich erschienenes Publikum im Namen der Geschäftsleitung des Sokrates Gesundheitszentrum Bodensee ehe dessen Musiktherapeut Thomas Schröter, die Referentin warmherzig vorstellte, mit der ihn seit einer bei ihr absolvierten Ausbildung zum Fastenleiter eine herzliche Freundschaft verbindet. Regina Tschannen, selbst Assistenzärztin, stimmte mit einem Hymnus der Hl. Hildegard ein und ganz wie im Chor der St. Michaelsvereinigung Dozwil: ihre Stimme ließ erahnen, wie himmlische Engelsgesänge klingen mögen. Und dann starte die ebenso gefragte, als profunde Kennerin (Jahrgang 1930!), die sich seit nunmehr 35 Jahren mit den Originalschriften der Hl. Hildegard beschäftigt und deren, bis in unsere Zeit maßgeblichen und wertvollen Aussagen als Autorin zahlreicher Bücher ohne die Verzerrungen der oftmaligen Sekundärliteratur zudem einem breiten Publikum erschlossen hat, in furiose 2 Stunden lebendigstem Vortrag mit nachhaltigst beeindruckender Tiefenwirkung. Als gebürtige Lindauerin – also vom anderen Eck des Sees – sei sie gerne nach hier gekommen und schon hatte sie charmant die Herzen der Anwesenden geöffnet und gewonnen. Immer wieder ins breiteste Schwäbisch verfallend bekannte sie, dass es sich mit der Hl. Hildegard wahrlich um koi Kräuterweible handle, sondern eine gewaltige Erscheinung im christlichen Abendland, die sie mit Haut und Haar gefangen genommen hat. So, wie sie den Mensch als Einheit sieht, ist heil sein/werden, weit mehr, als gesund sein/werden, denn den heilen Menschen wirft Krankheit nicht aus der Spur. Sowohl Krankheit, als Gesundung und Heilung gehen von der Seele und den Gedanken aus. Im Hintergrund lauern Ängste und Hoffnungslosigkeiten, deren Vertiefungen sich vor Allem nachts aufstauen. Vorbeugen fängt also mit dem Umgang mit der Angst vor Krankheit an. Glaube ich an Gesundung, kann ich sie mir im Wege der Imagination vorstellen? Ist mir das Bild vom gesunden Menschen denkbar? Der durchaus fragwürdigen Autosuggestion ist deshalb die Erwartungsanpassung eindeutig vorzuziehen: der Glaube muss vernünftig und machbar sein! Die Existenz der Seele ist wegen ihrer Unsichtbarkeit ebenso wenig in Frage zu stellen, als die Wirkung des ebenfalls unsichtbaren elektrischen Stromes als überall eingesetzte Energie, oder diverser Softwares. So wie jede Hardware ohne Software nicht funktioniert, macht auch der Körper – alternativ zur Hardware gesehen – ohne Seele – der somit Software von selbst Nichts. Die Seele ist also die wirkliche Kraft und eben auch nur an ihren Auswirkungen ersichtlich. Das Sichtbare ist schwach und das Unsichtbare stark: eine Lebenserfahrung, wie sie Antoine de Saint-Exupéry auch den Kleinen Prinzen machen lässt, der uns in größter Übereinstimmung mit der am 07. Oktober 2012 durch Papst Bendeikt XVI. zur Kirchenlehrerin Erhobenen vermittelt, dass wir nur mit dem Herzen gut sehen! Die Leber – das relevant Stoffwechselorgan benötigt Freude – Lebensfreude – wie die Blume das Licht. Die Hl. Hildegard wusste um die starke Lebenskraft der Freude und wird zitiert: “Bei Allem, was der Mensch tut, soll er immer nur Freude empfinden!“. Als Mystikerin par excellence ond koiner Dinkelhex habe die Hl. Hildegard den Menschen als Wunderwerk Gottes gesehen, der gut, weil vom Schöpfer gut geschaffen ins Leben tritt, das sich als Kreuzweg von Leid und Sorgen erweist. In alter spiritueller Deutung war der Rabe ein Unglücksbote und so bekamen gespannt lauschende ZuhörerInnen die Metapher mit auf den Weg, die Raben zwar – was kaum zu verhindern sei – über den Köpfen kreisen, jedoch kein Nest bauen zu lassen. Für den praktischen Alltag übersetzt: so anständig als möglich, jedoch dennoch immer lebenswert zu handeln. Bis aus dem Allgäu waren BesucherInnen gekommen. Unter ihnen Gertrud Hirschbolz, die nur ein Jahr jünger, als die Referentin, aus dem Staunen nicht mehr heraus kam: ein Leben lang sagt mir die Hl. Hildegard Etwas und heute erfahre ich, auf welchen verschwindend geringen Bruchteil sich mein Wissen um diese große Frau beschränkt, war ihr Kompliment an die Vortragende. Ein Bonbon der eigenen und vielschichtig sprühenden Lebenserfahrung und -weisheit war die Anekdote um die eigene Mutter, der sie erklärte, dass sie nicht krank werden müsse um zu sterben, da dies sehr wohl auch gesund ginge, wenn die Lebensbahn zu Ende ist. Voll am Puls der Zeit war die Feststellung, dass uns der Glaube gezielt genommen wird, um uns bewusst – insbesonders finanziell – manipulieren zu können. Deshalb ist die grüne Lebenskraft zu stärken, also aufzubauen, wo Natürliches nachlässt und somit ein völlig anderer Ansatz, als Medikamente, welche gegen Etwas wirken. Nahezu ernüchternd provokant die Feststellung, dass Laster Belastungen seien, zu denen die Hl. Hildegard – in der Sprache ihrer Zeit – das Positive Tugend und das negative Laster nennt. Deshalb ist auch erklärlich und nachvollziehbar, dass ausschließlich irdische Orientierung ohne Gottvertrauen die Seele ausraubt. Menschen können die wunderbarsten Werke schaffen, jedoch ausnahmslos tote, niemals lebendige! Nicht zuletzt deshalb sind und bleiben wir uns selbst ein Rätsel: wissen nicht woher wir kommen und wohin wir gehen. Regina Tschannen, beschloss den Abend begleitet von Thomas Schröter am zeitgenössisch nachempfundenen Saiteninstrument – einem Monocord – mit einem Original-Hildgard-Gesang und erhielt größtes Lob der Referentin, wie diese vom gesamten, restlos beeindruckten Auditorium lang anhaltenen und herzlichst gemeinten Beifall für Ausführungen welche aufhorchen ließen. Sie machten bewusst, dass die Gedanken nicht nur die äußere Lebensgestaltung bestimmen, sondern ebenso unser seelisches und leibliches Befinden, wie auch die biologischen Abläufe in unserem Organismus durch unsere Lebenseinstellung in viel größerem Maße beeinflusst werden, als wir hinlänglich wissen. Ob unser Leben glückt, liegt auf weite Strecken an der inneren Ausrichtung, eben an den positiven oder negativen Einstellungen. Ein gesunder Mensch ist – wie ein grüner Baum – voller Lebenskraft. Wenn der Mensch krank wird, geht ihm Lebenskraft verloren. Dafür kann es viele Gründe geben. Angst bsw. blockiert und macht krank. Ärger und Wut schwächen die Lebenskräfte. Was der Mensch erwartet, das zieht er an sich heran. Unter Betrachtung der überlieferten Weisheiten erhielten die BesucherInnen ungewohnte Einsichten beim Hinterfragen, wie dies gehen soll und gelingen kann.
Literaturempfehlung: “Mit Seele, Leib & Sinnen“ – ISBN 978-3-7462-3467-0 Das Einlassen auf die Philosophie des Sokrates Gesundheitszentrum Bodensee und die Seelenkunde der Heiligen Hildegard von Bingen ist also angesagt und weitergehende Informationen dazu unter info@klinik-sokrates.ch, Telefon +41 (0)71 6 94 55 44, Fax 6 94 55 45!
Erich Neumann, freier Journalist über VZB Verband
der Zeitschriftenverlage in Bayern e. V.
und Medienunternehmer www.cmp-medien.de
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GSM 01 72 3 55 08 00, e-Mail newsletter@cmp-medien.de

Eine Himmelsleiter – Das göttliches Militär – Milizia Dei

Hilfe, Hoffnung und Kraft für Leib und Seele des Menschen.
Vortrag anlässlich der Jahrestagung in Einsiedeln 2013
Einleitung:
Mein Thema ´Das göttliche Militär´, auf lateinisch: ´Milizia Die´ ist ein Sammelbegriff für die göttlichen Tugenden, den Hildegard selber in ihrem 2. Hauptwerk: ‚Der Mensch in der Verantwortung’ verwendet. Immer wieder stelle ich fest, dass der Begriff Tugend von vielen Zeitgenossen als veraltet angesehen wird und sie ihn nur mit überholten, ja verhassten Moralvorstellungen in Verbindung bringen!’ Wenn wir aber hinsehen, was hinter diesem Begriff steckt, merken wir, dass ohne Tugenden kein Leben gelingen kann. …
Meinen Vortrag habe ich hauptsächlich aus Hildegards Buch: „Liber Vitae Meritorum“ – „Der Mensch in der Verantwortung“, erarbeitet. ( s. auch Literaturliste) In diesem Buch, schaute Hildegard einen Mann, den sie als Gott selber erlebte, – so gross, dass er den Kopf im Äther und die Füsse über dem Abgrund hatte, – gross wie das ganze Weltall. Der Mann blies in eine Art Posaune, so dass daraus verschiedene helle Licht-, Feuer- und Sturmwolken tönten. Hildegard sah auch, wie sich eine schwarze Finsternis den hellen Lichtwolken Gottes im Kampf entgegenstellte, daraus sprach die alte Schlange: „Alle Kraft meines Vermögens will ich zum Endkampf einsetzen, und ich will losschlagen gegen meine Feinde, so sehr ich vermag…“HvB. LVM

Sogleich stiess sie voller Giftigkeit ihren Geifer und damit alle Laster, unter die Menschen aus. … Sie stiess einen ganz abscheulichen Nebelschwaden aus, der den ganzen Erdkreis wie mit nacht-schwarzem Rauch bedeckte aus dem ‚ein fürchterliches Gebrüll’ ertönte. Aus dieser Dunkelheit schrie es: „Dass ja kein Mensch einen anderen Gott anbetet als den, den er sieht und kennt! …“HvB. LVM Dies ist der Ausgangspunkt, der laut Hildegard v. Bingen hinter allen menschlichen Anfechtungen steht. Der Mensch wird mitten in diese Auseinandersetzungen hinein geboren und muss für seine Entscheidungen, sein Handeln, Verantwortung übernehmen. Wie dies möglich ist, zeigen uns folgende Bilder. Dieser grosse Mann – Gott selbst, stellte 35 Gegensatzpaare von Laster und Tugenden vor. Sie treten als Figuren mit Symbolcharakter auf, die in spannenden Streitgesprächen ihre verschiedenartige Einstellung zur Welt und zum Leben vortragen. Die Laster reden für uns meistens verständlicher, denn sie stehen uns oft näher, als die Tugenden. Ihre Reden sind sehr überzeugend und einschmeichelnd, so dass wir genau hinhören müssen, damit wir den Köder sehen, den sie uns zuwerfen. Die Laster stellen seelisch/geistige Belastungen des Menschen dar. Es sind Fehlhaltungen und Verhaltensmuster, die auch das soziale Zusammenleben gefährden. Diese negativen Kräfte wollen den Menschen in seinem Wachsen und Reifen hindern. Die Laster werden durch menschliche Figuren, oft auch als Tiere charakterisiert, bis ins Monsterhafte. Damit wird klar, dass der Mensch bis unter das Tier entarten kann, wenn er sich nicht veredeln lässt. Alle Laster gehen von Luzifer aus. Hildegard sagt, dass sie „wie Räuber sind, weil sie dem Menschen jeden Wert entreissen.“ Ihre Wirkung beeinträchtigt auch unsere körperliche Gesundheit. Die Laster gaukeln uns Vergnügen und Freiheiten vor, die den Menschen aber schlussendlich versklaven. Selbst dann, wenn der Mensch darauf hereinfällt, ist aber nicht alles verloren. …Tugendkräfte sind die Antwort Gottes für den Menschen, gegen die zerstörerischen Kräfte des Bösen, die den Menschen gefangen nehmen wollen. Sie befreien und beflügeln das Handeln der Menschen, und lenken ihn zu einer positiven Lebenshaltung. Die Argumentationen der Tugendkräfte verlangen von uns ein genaues Hinhören, damit wir verstehen, was sie uns schenken und lehren wollen. …Emmi Erni, Oberrohrdorf Ch, Leiterin des Hildegard-Kreises Reusstal

Eine Himmelsleiter – Das göttliches Militär – Milizia Dei

Hilfe, Hoffnung und Kraft für Leib und Seele des Menschen.
2. Teil Fortsetzung des Vortrags von Emmi Erni-Vogeler von Nr. 128
Durch die Laster werden die Tugendkräfte ins rechte Licht gerückt und wir verstehen ihre Notwendigkeit besser. Aus diesen 35 Tugend- und Lasterpaaren wähle ich nun 2 Paare aus, und stelle sie näher vor. Wichtig: ‚Es geht immer um uns selber. Es nützt nichts, wenn wir die Fehlhaltungen nur bei den anderen sehen, für unser eigenes Tun und Lassen aber blind sind’. Verzagtheit / Feigheit – Gottes Sieg (Ignavia – Divina victoria). Nr. 5 Ignavia wird verschieden ins Deutsche übersetzt. Wenn ich den ganzen Text auf mich wirken lasse, stimmt für mich Verzagtheit oder Feigheit am ehesten. Darin enthalten sind aber auch Fehlhaltungen wie Anpassung, Angsthase, oder fehlender Mut zu sich selber. Diese Gestalt hatte zwar den Kopf eines Menschen, aber das linke Ohr sah aus wie ein Hasenohr, so gross, dass es das gesamte Haupt überdeckte. Der übrige Leib glich dem Körper eines Wurmes, eines knochenlosen Weichtieres, das in seinem Schlupfwinkel eingeschlossen wie ein in Tücher gewickelter Säugling lag. Bebend vor Angst begann dieses Wesen zu sprechen. Die Figur der Feigheit spricht: „Ich will ja nur keinem ein Leid zufügen und mich mit niemandem anlegen, damit ich selber nicht zu kurz komme. … Lieber will ich den Vornehmen und Reichen schmeicheln. Um die Heiligen und um die Armen brauche ich mich nicht zu kümmern, da ich von ihnen sowieso keinen Vorteil zu erwarten habe. Ich will jedem gefallen, damit ich keine Nachteile habe…“ HvB, LVM
Anhand dieser Schilderung sehen wir, dass der feige Mensch kein Rückgrat hat. Er fühlt sich schwach und getraut sich nicht eine eigene Meinung zu vertreten. Er befürchtet, dass ihm daraus Nachteile erwachsen könnten. Das Bild zeigt es, wie der Volksmund sagt: Der ängstliche Mensch ist ein ‚Hasenohr.’… Die Menschen, die unter diesem Laster leiden, sind aufs Äusserste angepasst. Diese Haltung wird in der Kindheit anerzogen und ist darum den meisten Menschen unbewusst. Sie ist auch in der Kopfregion zu Hause, was zeigt, dass sie zu Beginn eines Menschenlebens prägend wirkt. …
Es geht hier nicht darum, den Eltern wieder einmal alle Schuld an den Schwierigkeiten ihrer Kinder zu geben, sondern darum die Mechanismen der Erziehung zu durchschauen. Alle Eltern waren als Kinder auch dem Erziehungsstil ihres Umfeldes und ihrer Zeit ausgeliefert und haben wohl selten bedingungslose Liebe erfahren dürfen. Kinder lassen sich nur allzu leicht verbiegen, um Liebe und Anerkennung zu bekommen. …
Als Gegenpol zur Feigheit erwarten wir nun die Tapferkeit. Aber HvB stellt uns etwas ganz anderes vor, Gottes Sieg nennt sie die Tugend, die der Feigheit abhilft. Nicht der Mensch soll sich seiner Tapferkeit rühmen, sondern Gott selber kommt dem Menschen mit seiner Tugendkraft, dem ‚Sieg Gottes’, zu Hilfe. …Der springende Quell ist Christus, der das Wasser des Lebens ist. In der Bibel, auch in den Büchern der hl. Hildegard, kann jeder dieses lebendige Wasser schöpfen, das Nahrung für die Seele ist. Diese Figur zeigt auch, dass wahre Christen mutig sind und sich mit Christus zusammen für das Leben einsetzen. …Die Lanze versinnbildet, dass sich so ein gestärkter Mensch auch für andere einsetzen wird. Er muss nicht mit einem Schwert kämpfen, sondern er kann sich da für Gerechtigkeit einsetzen, wo er lebt. …Emmi Erni- Vogeler, Oberrohrdorf, CH, Leiterin des Hildegard- Kreises Reusstal

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