Marx und Engels






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DER JUNGE KARL MARX
Der junge Karl Marx
DER JUNGE KARL MARX Trailer German Deutsch (2017)
August Diehl & Stefan Konarske – Der junge Karl Marx
Karl Marx – Der deutsche Prophet
Karl Marx und seine Erben
200 Jahre Karl Marx – Kommunistische Doku!
Karl Marx heute – „Steht am Ende der Megamaschine eine gescheiterte Zivilisation?“
Dem Lebendigen dienen Warum Karl Marx doch Recht hatte.
Der Rote Platz #13: Karl Marx ist noch lange nicht tot
Tagesdosis 07.05.2018 – Die heute über Marx reden…
200 Jahre Karl Marx – Die Schattenseiten des Kommunismus
„Marx selbst wollte kein Marxist sein“
7 Erkenntnisse von Karl Marx – leicht verständlich
Karl Marx – Kurzbiografie
Der grüne Marx
Nichts ist so praktisch wie eine solide Theorie
Waltraud Seidel-Höppner Frühsozialistisches Demokratieverständnis
Pariser Kommune
Die Pariser Kommune – 72 Tage Revolution
Frauen in der Pariser Kommune
F. Engels: „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“
Unsere Zukunft heißt Kommunismus!
Sozialismus bedeutet genossenschaftliche Ordnung
Die Deutschen – Karl Marx und der Klassenkampf
Kommunismus

Karl Marx / Friedrich Engels
Manifest der Kommunistischen Partei
Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten.

Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.“ – Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, I. Marx/Engels, MEW 4, S. 464, 1848

Rudi Dutschke: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert;
es kommt aber darauf an  s i c h  zu verändern.“


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Richard David Precht im Gespräch mit Gregor Gysi, Die Linke 06.05.2018 –
Wie aktuell ist Karl Marx?

Bedingungsloses Grundeinkommen? Precht, Grillo, Hajali und Holznagel diskutieren
ORF – Grundeinkommen (HD)
Die Zukunft der Arbeit (Grundeinkommen)
Digitalisierung und Grundeinkommen
Das Bedingungslose Grundeinkommen – Richard David Precht
Richard David Precht – Grundeinkommen
Über den aktuell gebotenen Bewusstseinswandel

#Gysi bei #Precht, Kommentar v. Sabeth Faber (FB)
Danke für dieses großartige Gespräch – in dem es endlich um das ging, das aktuell geboten ist: ein #Bewusstseinswandel. Besonders gefreut habe ich mich über das Thematisieren des (leider nach wie vor auch linken) #Arbeitsbegriffs, der beklagenswerterweise Arbeit grundsätzlich mit Erwerbstätigkeit noch immer gleichsetzt. Nein, im Zeitalter der #Digitalisierung ist es gerade nicht mit bloßer Arbeitszeitverkürzung getan. Erfreulicherweise geht es im Verlauf des Gesprächs um nicht nur die üblichen bekannten Phrasen über entfremdende Arbeit, sondern R.D. Precht fragt Gregor Gysi, was dieser mit schöpferischer Arbeit meine. Und ja: Es geht um mehr Muße, um Zeit, Möglichkeit für „Selbstfindung, Selbstverwirklichung“, Selbsterkenntnis, Reife(n), Reflexionsfähigkeit und Kooperation – um bedürfnisorientiertes (also gerade nicht irgendwie ideologisch oktroyiertes) #Gemeinwohl und nicht zuletzt um auch Zeit und Möglichkeiten für (häusliche) Sorge-Arbeit – wie gehen wir mit Kindern, Alten, Kranken um und wie könnten wir das mit mehr Zeit, entsprechenden Möglichkeiten und Infrastruktur so ändern, dass auch das tatsächlich bedürfnisorientierter, menschenwürdiger Umgang (wieder oder überhaupt endlich) wird. Denn genau das ist – neben Kreativität, neben „Schaffenskraft“, schöpferischem (phyischem und/oder geistigen) Tun, Tätigsein genau das, das wir nicht durch Roboter, Maschinen ersetzen sollten: die soziale Interaktion, die soziale, fürsorgliche Arbeit, den entsprechenden prosozialen, mitfühlenden, respektvollen, würdevollen Umgang miteinander. Kämen wir dorthin, hätten wir dann tatsächlich eine Menge Probleme nicht mehr (siehe eben, wie wichtig gerade bspw. die frühkindliche Prägung, der angmessene, bedürfnisorientierte Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist, wie wirksam dies lebenslang ist, bleibt – mit welchen Folgen: je nach dem, das erlebt, auch indoktriniert, auch erlitten wurde). Gregor Gysi hat zweifelsohne Recht damit, wenn er sagt, man müsse in längeren Zeiträumen denken (auch hinsichtlich des augenblicklich wahrnehmbaren Rechtsrucks, rollbacks, backlashs), es geht vieles nicht im Hauruckverfahren, vor allem kein (erforderlicher, gebotener) Bewusstseinswandel – hin zu einem anderen, zeitgemäßen, vor allem zuträglichen, gemeinwohl-, bedürfnisorientierten, aufgeklärten, humanistisch geprägten #Menschenbild – das diametral zum rechtskonservativen steht, in welchem der Mensch als qua Natur „schlecht, böse, egoistisch“, als zu dressieren erforderlich gesehen wird – siehe Schwarze Pädagogik: Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, #Strafe, Dressur – absichtsvolles Schmerzzufügen also (Sadismus), zu Gehorsam zwingen, unterwerfen, ausbeuten können – auf eben dieser Basis, in welchem außerdem Biologismen, Sozialdarwinismus als vermeintliche „Rechtfertigung“ herangezogen werden, um seine jeweils ureigene Bequemlichkeit, seinen selbstschonenden Selbstbetrug, seine eigenen charakterlichen Defizite, Unzulänglichkeiten, seine eigenen Beschädigungen nicht einsehen und zugeben oder gar bewältigen zu müssen, sondern sie behaglich und selbstschonend auf andere zu projizieren und dann zu meinen, alle Menschen könnten, müssten so sein, nur weil man von sich selbst nichts anderes kennt). Was mich an dieser „Geduld“ nur doch ziemlich stört, ist, dass diese „entspannte“ Sichtweise eine gewisse Ignoranz und einen Mangel an Mitgefühl leider offenbart, denn sie übergeht, dass IN DER ZWISCHENZEIT, d.h. täglich rings um den Globus über Jahre, Jahrzehnte und so nach wie vor also unzählige Menschen l e i d e n und häufig auch qualvoll und „zu früh“ sterben – aufgrund der bestehenden „Missstände“, an ihren Folgen und das zumeist nicht selbst verschuldet habend (diese Missstände, die Ursachen für deren Leid, ihr Elend, ihre Not). Aus dieser Perspektive betrachtet ist jeder einzelne Tag des Status quo ein Tag zu viel. Ja, der Bewusstseinswandel ist vor allem auch dahingehend erforderlich, dass wir nicht nur anders arbeiten (werden, müssen), sondern auch entsprechend anders wohnen, miteinander (!) leben – nämlich so, dass die oben erwähnten sozialen Kontakte, die soziale und schöpferische Arbeit, jedenfalls das Tätigsein, der zwischenmenschliche Umgang überhaupt erst möglich werden – das bedeutet, wir brauchen eine entsprechende Architektur, Städteplanung, Infrastruktur, Politik und Ökonomie. Insbesondere weg von Kleinfamilie, sozialer Isolation (nicht nur, aber auch im Alter), weg von immer früherer immer längerer Fremdbetreuung, die gerade nicht zum Wohle der Kinder und/oder der Mütter/Familien ist, die gerade nicht zu deren (der Frauen, der Familien) erhöhter Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, Entscheidungsfreiheit führt, sondern einzig dem Primat der Wirtschaft unterstellt ist, unterworfen wird, dienlich ist, woran auch das Herunterbeten von vorgeblich erforderlicher „Frühförderung“ faktisch nichts ändert, das auch nur zu manipulativen Zwecken eingesetzt wird. Der Bewusstseinswandel ist überdies dahingehend erforderlich, zu erkennen, was alles aus welchen Gründen Arbeit ist, was aus welchen Gründen auf welche Weise tatsächlich dem Gemeinwohl zuträglich ist und was nicht und dass es letztlich in einer eng vernetzten, verflochtenen (globalisierten) Welt nur um das globale Gemeinwohl gehen kann und muss, dass die globalen Probleme nur durch Kooperation zu bewältigen sind, nicht durch Konkurrenz, Kampf, Ausbeutung, Destruktivität. Unabdingbar ist für all das allerdings nicht nur die Vernunft, sondern vor allem auch das jedem Menschen (wie auch anderen Primaten) angeborene #Mitgefühl, das die Urbasis jeglicher (intrinsischer) Moral und (verstandgeformter) Ethik ist. Ohne dieses Mitgefühl wären Moralsysteme hohl, außerdem gefährlich, schädlich, könnten sie missbraucht werden (siehe nicht nur, aber auch religiöse Ideologien). Und um dieses Mitgefühl wiederum stärken zu können, ist es wichtig, bei den Kindern anzusetzen – bei also dem oben erwähnten bedürfnisorientierten (!) Umgang mit ihnen und der Erwachsenen miteinander, die nur dann nicht schädigend Eltern sein können und die das nicht alleine sein sollten, sondern im Verbund – siehe möglich durch entsprechendes Wohnen, Leben in familiären Strukturen, generationen- und geschlechterübergreifenden Wahlverwandtschaften (mit selbstverständlich ausreichender Privatsphäre) – so hätten Kinder die benötigten mehreren Bezugspersonen (verschiedenen Alters und Geschlechts, verlässlich über Jahre, statt wechselnden Betreuungspersonals), sie würden völlig anders aufwachsen und lernen können, entsprechend verändert werden müsste auch (Schul-) Bildung (siehe Reformpädagogik, demokratische Bildung nach bspw. dem Konzept von Summerhill und Sudbury Valley – nein, hat beides nichts mit Waldorfpädagogik und nichts mit Esoterik zu tun). Möglich wäre, i s t all das, Ideen, Konzepte gibt es bereits – siehe eben Gemeinwohlökonomie, demokratische Bildung/Schule, Alternatives Handelsmandat (attac), Mehrgenerationenhäuser (müsste dann ausgeweitet werden auf nicht nur einzelne Häuser) … .
Aber es fängt bekanntermaßen immer in den Köpfen der Menschen an – siehe eben Bewusstseinswandel. Häufig entwickelt sich der Mensch wohl erst durch Leid, durch
je persönliche schlechte, belastende Erfahrungen bzw. daraus resultierende Einsichten weiter (wenn diese denn auch erfolgen), aber eben nicht nur und oft kann das Leid so/zu intensiv sein (siehe „Schmerzgrenze – Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“, hervorragendes Buch von Joachim Bauer), so dass überhaupt keine zuträgliche, wünschenswerte, prosoziale Entwicklung mehr möglich ist, sondern stattdessen das Beschädigtwerden zu Abwehr, Verweigerung, natürlicher Aggression (als Selbstschutz, als „Kommunikationsmittel“, Warnung, Grenzsignal), auch zu Trotz und eben auch zu Gewalt führt, nicht, weil „der“ Mensch „von Natur aus schlecht/böse, verdorben …“ ist, sondern weil er beschädigt ist und eine (je individuelle) Schmerzgrenze hat. Und die Schmerzgrenze vieler Menschen rings um den Globus wird noch immer Tag für Tag intensiv – wissentlich! – überschritten – nicht nur, aber auch durch bspw. entfremdende Erwerbstätigkeit und kompensatorischen Konsum, katastrophale Lebensverhältnisse, materielle Armut, Gewalt, Vernichtung der Existenzgrundlage … . Wie der Weg hin zu diesem Bewusstseinswandel zu gehen sein könnte, ist eine Frage für sich, eine Aufgabe, eine Herausforderung – ich denke wie Gregor Gysi, dass er eher mittels Transformation als Revolution zu gehen sein wird, sein kann. Ein #Generalstreik bspw. könnte aber durchaus hilfreich sein, die Dinge vielleicht doch etwas zu beschleunigen ;). Dafür jedoch ist Vorbedingung, dass eine Mehrheit von Menschen (nicht nur in Deutschland, sondern mindestens europaweit) sich über die zu erwirkenden, gewünschten Verhältnisse n a c h dem Streik(en) einig sein müsste, was wiederum ein gewisses Bewusstsein, Erkenntnis, Reflexion, auch Besonnenheit, Weitsicht, Umsicht und vor allem das #Solidarisieren und Kooperieren (statt Konkurrieren) voraussetzt. Nicht im Klein-Klein verlieren, nicht nur permanent bloße Symptombehandlung an einzelnen Stellen betreiben – ohne Visionen, Ideale, Ideen, Konzepte, gedankliches Überschreiten eigener, auf Prägung, Sozialisation, Indoktrination basierender Grenzen, ohne Zweifeln, Hinterfragen, Selbstkritik, Reflexion, Offensein/Sich-Öffnen, Vernetzung, Neugier und Courage: kann und wird sich nichts wandeln können – hin zu besseren Verhältnissen, zum Gemeinwohl. Eine gute, tatsächliche Fehlerkultur gehört übrigens auch unabdingbar dazu.

Richard David Precht – Jung & Naiv
Mehr als zwanzig Jahre ist es her, da prognostizierte Captain Jean-Luc Picard, Kommandant der USS Enterprise, aus der Zukunft des Jahres 2373, was auf die Menschheit zukommt: eine Gesellschaft ohne Geld und Lohnarbeit! Für das 24. Jahrhundert ist nämlich völlig undenkbar, was 1996 noch gängiger Menschheitsalltag ist – sich durch materielle Entlohnung motivieren zu lassen, um etwas für sich und die Gesellschaft zu tun.
Was in Star Trek VIII – Der erste Kontakt in der Maske der Zukunft erscheint, ist mehr als eine Science-Fiction-Fantasie. Es ist ein alter Menschheitstraum, geträumt seit dem Heraufdämmern des Kapitalismus und der Lohnarbeit im 16. und 17. Jahrhundert.
Schon die Utopien des englischen Gentlemans Thomas Morus, des kalabrischen Mönchs Tommaso Campanella und des technikbegeisterten Lordkanzlers Francis Bacon kennen weder Geld noch goldenen Lohn. Die Frühsozialisten des 19. Jahrhunderts schwärmten von einer Zeit, in der die Maschinen arbeiten und die Arbeiter singen – erreicht durch clevere Automaten. Das »eigentliche Ziel ist der Versuch und Aufbau der Gesellschaft auf einer Grundlage, die die Armut unmöglich macht«[2], gibt Oscar Wilde dem 20. Jahrhundert als Auftrag mit auf den Weg. Erträumt wird das Ende der Lohnarbeit durch »Automation«. Denn nur die freie Zeit ermögliche es den Menschen, sich zu vervollkommnen. Wer die Hände frei hat, kann endlich das leben, worauf es vor allem anderen ankommt:
seinen Individualismus!

Berühmter noch ist das Urbild, das Karl Marx und Friedrich Engels entwarfen. Besoffen von ihren Ideen, ihrer noch jungen Freundschaft und reichlich gutem Wein definieren sie 1845 in ihrem Brüsseler Exil das erste Mal, was »Kommunismus« sein soll: eine Gesellschaft, die es jedem ermögliche, »heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu     fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden«.[3] Die »klassenlose Gesellschaft«, träumen die beiden jungen Männer, werde den »totalen Menschen« schaffen.
Und aus gesellschaftlicher Arbeit wird »freie Tätigkeit«.
Kommunismus als Individualismus, Pflege des eigenen Bewusstseins, liebevolle Sorge und echte Verantwortung?
Wie weit entfernt ist Marx’ und Engels’ Utopie von den Zerrbildern des stalinistischen Staatskapitalismus!

Was lockt, ist ein Leben in selbstbestimmtem Tun ohne Entfremdung, ohne Konditionierung und Eintönigkeit. Doch wie genau werden die Hirten, Jäger und Kritiker der Zukunft leben? Wer sorgt dafür, dass die fantastischen Gewinne, erwirtschaftet von sozialkostenfreien Automaten, ihnen zugutekommen? Wer fördert ihr Talent und ihre Neugier auf ein selbstbestimmtes Leben? Und in welchen Farben werden wir die lebenswerten Räume der Zukunft malen? Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten, aus dem Fatalismus des unweigerlichen Werdens aus- und zu einem Optimismus des Wollens und Gestaltens aufzubrechen. Es möchte helfen, ein Bild einer guten Zukunft zu malen. Und es möchte zeigen, dass das Heil niemals in der Technik selbst liegt, wie viele Geeks im Silicon Valley glauben, sondern in der Art und Weise, wie wir mit ihr umgehen, ihre Möglichkeiten nutzen und ihre Gefahren rechtzeitig in die Schranken weisen. Mit einem Wort: Nicht die Technik wird über unser Leben entscheiden – was sind schon ein Smartphone oder eine künstliche
Intelligenz, die keiner benutzt? –, entscheidend ist die Frage der Kultur. Wir müssen uns
fragen, mit welchem Vorverständnis vom Menschen wir die Technik entwickeln und gebrauchen. Soll sie uns helfen oder ersetzen? Haben Menschen tatsächlich einen Optimierungsbedarf? Müssen wir uns nicht an den wahren Bedürfnissen von Menschen orientieren, statt diese der Technik anzupassen? Ökonomie ohne Kultur ist inhuman.
Und Kultur ist nicht Kino, Theater, Musik und schmückendes Beiwerk für Besserverdienende, sondern eine Frage von Orientierungen über das, was das Leben lebenswert macht.
Kolonien auf Mars und Mond und riesige Städte unter Wasser waren es offensichtlich nicht. Ein Leben, eingesponnen in die Matrix einer Daten-Cloud, wird es auch nicht sein. Man wird, frei nach T. S. Eliot, die Digitalisierung nicht nur mit dem Gehirn lesen müssen, sondern auch »mit den Eingeweiden und Nervenenden«.[4] Die digitale Zukunft ist nicht algorithmierbar, nur ihre Maschinen. Und segensreich wird sie nicht dann sein, wenn ihre technischen Prophezeiungen sich erfüllen – sondern wenn sie das Leben auf der Erde für so viele Menschen wie möglich tatsächlich lebenswerter macht!

Ein europäischer Generalstreik, eine mindestens europaweite SOLIDARISIERUNG von Menschen mit Menschen möglich? Eine Neue Internationale? Global?
Revolution und Graswurzelbewegung.
Damit ein Strukturwandel endlich möglich, d.h. realisiert wird. – Anders arbeiten,
anders wirtschaften, anders wohnen.

Was mir spontan vorschwebt, sind Aktivitäten, Aktionen und Institutionen, die bereits da sind: attac, Occupy, DiEM25 und aktuell die nuit debout. Also demonstrieren bspw. und Initiativen unterstützen, sich zusammenschließen nicht nur gegen, sondern f ü r etwas.
Zum Teil findet das wie gesagt ja bereits statt (im Internet und auf der Straße, auch in D-Land 🙂 ). Nun braucht es noch ein wenig Druck – keine Gewalt, aber Druck – auf die „Eliten“ (in Politik und Wirtschaft), so dass sie empfindlich getroffen werden – daher spreche ich immer wieder vom GENERALSTREIK. Der allerdings sehr gut vorbereitet und organisiert werden müsste (damit nicht „die Allgemeinbevölkerung“, vor allem Schwächere (Kinder, Kranke, Alte …) geschädigt werden). Boykott und (digitale) Sabotage wäre auch eine Möglichkeit – aber leider hängen viele Menschen noch zu sehr an ihrer je eigenen Bequemlichkeit, Behaglichkeit. Wenn man etwas erreichen will, wird man um Opfer und Verzichte allerdings nicht vollständig herumkommen. Es geht also darum, erst einmal die Leute zu informieren, zu mobilisieren und zu einen (Solidarisieren ist unabdingbar), sie zu enthusiasmieren – denn die Geschichte lehrt uns, dass es mit kühlem Verstand alleine nicht zu machen ist, sondern auch und gerade das Gefühl angesprochen, einbezogen werden muss. Es braucht folglich gemeinsame Ziele und Ideale, für die Menschen sich einzusetzen (d.h. also auch auf etwas zu verzichten) bereit sind – und das auch und gerade längerfristig. Es ist daher vor allem auch Ausdauer, Beharrlichkeit, Überzeugtsein von der Sache erforderlich. Ich denke, es müsste so etwas geben wie gerade in Frankreich: dass Menschen sich zeitgleich an vielen verschiedenen Orten im Land versammeln, zusammenfinden und sie bestimmte Dinge, Wünsche, Ziele einen, die allerdings durchaus vielfältig und weitläufig sind! Dass es nicht um ein Einzelthema geht. Und es würde die Hürde für viele erleichtert, so denke ich, wenn solche Versammlungen nicht so zentralisiert in nur wenigen (Groß-) Städten stattfänden, sondern die Menschen sich überall in ihrem jeweiligen (Wohn-) Ort, auch Dorf, versammelten – nur eben zur selben Zeit (landesweit).
Geschrieben von Sabeth und von Overblog

„Einsamkeit ist das neue Rauchen“
Über Aggression, Gewalt, Angst und Schmerz -Grenze
Das ist allerdings keine neue Erkenntnis von Manfred Spitzer, siehe auch Joachim Bauers hervorragendes Buch „Schmerzgrenze – Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“, in welchem er (Hirnforscher, Arzt und Psychotherapeut) bereits darlegt, dass und wie sich Schmerz auswirkt – sowohl physischer als auch psychischer und dass insbesondere #Ausgrenzung (siehe #Mobbing, siehe materielle #Armut, soziale Isolation) eine intensive #Schmerzerfahrung ist – eine existenzielle.
„[…] Besonders prekär – und für die Zukunft unseres Globus von Bedeutung – ist der Zusammenhang zwischen der Ungleichverteilung von Lebenschancen und Aggression, insbesondere zwischen Armut und Gewalt: Armut bedeutet – vor allem für diejenigen, die ihr nicht durch eigenes Verschulden ausgeliefert sind – nicht nur existenzielle Not, sondern ist vor allem eine Ausgrenzungserfahrung. Aus diesem Grunde ist sie auch ein besonders ergiebiger Nährboden für Gewalt. […] Eine Situation jedoch, in der die einen Not erleiden, während sich andere reichhaltiger Lebenschancen und guter materieller Ressourcen erfreuen, bedeutet Ausgrenzung und tangiert die Schmerzgrenze. Hier ist über kurz oder lang zwingend mit Gewalt zu rechen. […] Aber auch in Demokratien kann es, z.B. wenn sie ausschließlich repräsentativ funktionieren wie in Deutschland, zu einem Mangel an Partizipation kommen. Besonderes starke Ausgrenzungserfahrungen ergeben sich in einem Land jedoch aus der konkreten Ungleichverteilung von Chancen. Insbesondere Armut im Angesicht von Wohlstand anderer ist eine Ausgrenzungserfahrung ersten Ranges. […]
Aggression ist ein evolutionär entstandenes, neurobiologisch verankertes Verhaltensprogramm, welches den Menschen in die Lage versetzen soll, seine körperliche Unversehrtheit zu bewahren und Schmerz abzuwehren. Die neurobiologischen Schmerzzentren des menschlichen Gehirns reagieren jedoch nicht nur auf körperlichen Schmerz, sondern werden auch dann aktiv, wenn Menschen ausgegrenzt oder gedemütigt werden. Nach dem Gesetz der Schmerzgrenze wird Aggression nicht nur durch willkürlich zugefügten Schmerz, sondern auch durch soziale Ausgrenzung hervorgerufen. Nicht ausgegrenzt zu sein, sondern befriedigende Beziehungen zu anderen zu pflegen, zählt zu den menschlichen Grundmotivationen. Wer Menschen von Beziehungen abschneidet, indem er sie ausgrenzt und demütigt, tangiert die physische und psychische Schmerzgrenze und wird Aggression ernten. Der Aggressionsapparat erweist sich damit als Hilfssystem des neurobiologischen Motivationssystems, welches auf soziale Akzeptanz ausgerichtet ist. Aggression wird erzeugt, wenn wichtige zwischenmenschliche Bindungen fehlen oder bedroht sind. […]“ Quelle: Prof. Dr. med. Joachim Bauer (Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut) – „SCHMERZGRENZE – Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“
unbedingt lesenswert.