Eugen Drewermann







KenFM am Set: Eugen Drewermann appelliert an das Gewissen der Deutschen
KenFM im Gespräch mit: Eugen Drewermann
„Geld, Gesellschaft und Gewalt“ – Vortrag von Dr. Eugen Drewermann

Kardinal Walter Kasper – Eugen Drewermann Tl 1 Streitgespräch
Kardinal Walter Kasper – Eugen Drewermann Tl 2 Streitgespräch

Eugen Drewermann – Von der Macht des Geldes 2011
Märchen aus einer Zeit lange vor der industriellen Revolution können Aufschluss über die Ökonomie unserer Tage geben. Sie führen ganz gegenwärtig vor Augen, was Armut, Hunger und Elend bedeuten. Denn Globalisierung hebt nicht allgemein den Lebensstandard, und was bedingungslose Gewinnmaximierung in der menschlichen Seele anrichtet, auch darin geben sie Einblick: Rumpelstilzchen präsentiert eine Müllerstochter, die unter höchsten Leistungsanforderungen in den Club der Reichen und Schönen aufsteigt, aber in ihrer völligen Entfremdung beinahe unfähig wird, ein Kind großziehen zu können. Der gestiefelte
Kater lässt mit klug kalkulierten Betrugsstrategien seinen Herrn zum König aufsteigen und wird selbst Minister. Was sind das für Leute, deren Unmoral und Zynismus mit Händen zu greifen sind, die uns gleichwohl regieren, dirigieren und regulieren?
Die Bremer Stadtmusikanten zeigen die vom kapitalistischen System vor die Tür gesetzten vermeintlichen Unproduktiven, Alten und Verbrauchten. Die tun sich zusammen, erklären die Großeigentümer für Räuber und Diebe und schließen keinen Hilfsbedürftigen aus ihren Reihen aus; markiert das den Beginn eines neuen Wirtschaftens aus humanerem Geist?

Eugen Drewermann Die sieben Tugenden
»Der Mensch ist gerade nicht frei, das Gute zu tun«, lehrten deshalb (im Rückgriff auf Paulus und Augustinus) die Reformatoren. »Alle Gesetze können dir nur sagen, was du tun sollst, sie geben dir aber nicht die Kraft dazu«, schrieb Martin Luther 1520 in seinem Traktat Von der Freiheit eines Christenmenschen. Ein Mensch kann nur so gut sein, wie er an Güte erfahren hat; wenn er zum Guten fähig ist, so einzig aus »Gnade«. Nur ein Vertrauen (ein »Glauben«) daran, im Absoluten mit seiner Existenz berechtigt und zugelassen zu sein, ermöglicht es ihm, mit sich selbst zusammenzuwachsen und jenseits von Ängsten und von Minderwertigkeitsgefühlen aller Art zu sich selbst zu finden, und nur ein Mensch, der mit sich selbst im Einklang ist, besitzt die Freiheit, das Gute, das er will, tatsächlich auch zu tun. Alle »Tugenden«, wie die Ethik sie versteht, bilden insofern einen Ausdruck der Selbstidentität des Individuums, doch keine noch so große Anstrengung bringt einen Menschen dahin, sich selbst zu akzep-tieren und sich selbst zu mögen; nur ein Vertrauen in die unbedingte Liebe eines anderen vermag ihm die Selbstkongruenz und Authentizität zu schenken, die es allererst ermöglicht, »gut« zu sein.