Nachfolge

Michelangelo Pieta

Warum Selbstverleugnung? Nachfolge und Kreuz von Dietrich Bonhoeffer
Selbstverleugnung kann niemals aufgehen in einer noch so großen Fülle einzelner Akte
der Selbstzermarterung oder asketischen Übungen; es heißt nicht Selbstmord, weil auch hier doch der Eigenwille des Menschen sich durchsetzen kann. Selbstverleugnung heißt, nur Christus kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn sehen, der vorangeht, und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist. Selbstverleugnung sagt wiederum nur:
Er geht voran, halte dich fest an ihn…

Das erste Christusleiden, das jeder erfahren muss, ist der Ruf, der uns aus den Bindungen dieser Welt herausruft. Es ist das Sterben des alten Menschen in der Begegnung mit Jesus Christus. Wer in die Nachfolge eintritt, gibt sich in den Tod Jesu, er setzt sein Leben ins Sterben. Das ist von Anfang an so; das Kreuz ist nicht das schreckliche Ende eines frommen, glücklichen Lebens, sondern es steht am Anfang der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Jeder Ruf Christi führt in den Tod. Ob wir mit den ersten Jüngern Haus und Beruf
verlassen müssen, um ihm zu folgen, ob wir mit Luther aus dem Kloster in den weltlichen Beruf hineingehen, es wartet in beidem der eine Tod auf uns, der Tod an Jesus Christus,
das Absterben unseres alten Menschen an dem Rufe Jesu.

Der Christ wird zum Lastträger, – “einer trage des anderen Last, so werdet ihr das
Gesetz Christi erfüllen” (Galater 6:2). Wie Christus unsere Last trägt, so sollen wir die Last der
Brüder tragen. Das Gesetz Christi, das erfüllt werden muss, ist das Kreuztragen.

Der Mensch kann die ihm auferlegte Last auch abschütteln. Aber er wird damit nicht
von der Last überhaupt frei, sondern er trägt nun eine viel schwerere, unerträglichere Last.
Er trägt das selbstgewählte Joch seiner selbst. Jesus hat alle, die mit mancherlei Leiden und Lasten beladen sind, gerufen, ihr Joch abzuwerfen und sein Joch auf sich zu nehmen, das sanft, und seine Last, die leicht ist. Sein Joch und seine Last ist das Kreuz.
Unter seinem Joch sind wir seiner Nähe und Gemeinschaft gewiss.
Er selbst ist es, den der Nachfolgende findet, wenn er sein Kreuz aufnimmt.

Ob wir den Frieden Gottes wirklich gefunden haben, wird sich daran erproben, wie wir
zu den Trübsalen, die über uns kommen, stehen. Es gibt viele Christen, die wohl ihre Knie beugen vor dem Kreuz Christi, die sich aber gegen jede Trübsal in ihrem eigenen Leben nur zur Wehr setzen und sich sträuben. Sie glauben, das Kreuz Christi zu lieben, aber das Kreuz in ihrem eigenen Leben hassen sie. So hassen sie in Wahrheit auch das Kreuz Jesu Christi, sie sind in Wahrheit Verächter des Kreuzes, die selbst mit allen Mitteln dem Kreuz zu
entfliehen suchen.

Wer also die Trübsal, wer Verzicht, Not, Verleumdung, Gefangenschaft in seinem Leben nur hasst, der mag sonst vom Kreuz mit noch so großen Worten reden, er hasst das Kreuz Jesu und hat keinen Frieden mit Gott. Wer aber das Kreuz Christi liebt, der fängt an, auch die Trübsal in seinem Leben zu lieben, und zuletzt wird er mit der Schrift sprechen können: „Wir rühmen uns auch der Trübsal.“


Tim Hughes- Here I Am To Worship

The Passion of the Christ
See, Mother, I make all things new.
If the world hates you remember that it has hated me first. Father, you can do all things.
If it is possible, let this chalice pass from me …
The Helper will come who reveals the truth about God. Remember also that no servant is greater than his master. If they persecuted me, they will persecute you. You must not be
afraid. Father, into your hands I commend my spirit. Amen, I tell you on this day you shall
be with me in paradise.
I cannot be with you much longer, my friends. You cannot go where I am going.
My commandment to you after I am gone is this … Love one another.
As I have loved you … so love one another.
You believe in me. You know that I am the Way, the Truth and the Life.
And no one comes to the Father but by me.
 

Das Ärgernis des Kreuzes Von Pastor Wolfgang Wegert
Das Wort vom Kreuz: Ein Ärgernis – heute!!
Der Rüsttag von Giovanni Papini
Predigttext: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: ‚Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen‘.
Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.“ (1. Korinther 1,18-25)
 

„Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen,
und zwar nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird“
(1. Korinther 1,17).
„Redeweisheit“ oder auch „kluge Worte“, wie einige übersetzen, helfen nicht, wenn wir das Evangelium verkünden. Sie machen eher das Kreuz Christi zunichte, als dass es dadurch groß wird. Viele Prediger – auch wir Arche-Pastoren – sind versucht, dem Evangelium mit überredenden Worten nachzuhelfen, mit überzeugenden Argumenten und rhetorischer Beredsamkeit. Das liegt daran, dass wir doch möchten, dass die Menschen unserer Überzeugung folgen. Wir wollen sie gewinnen, und darum suchen wir die Zuhörer zu beeindrucken. Wir lassen sie gern wissen, dass wir auch Akademiker, Wissenschaftler, hohe Beamte und erfolgreiche Geschäftsleute in der Gemeinde haben – soll heißen: das Evangelium spricht auch kluge Leute an. Und dann machen wir einen auf intellektuell, auf wissenschaftlich, auf gebildet. Die Gefahren heutiger Verkündigung Paulus sagt aber im nächsten Vers, dass das ein falscher Ansatz ist. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen“ (V.18). Wir können das Wort vom Kreuz so intellektuell wie nur möglich verpacken – es bleibt für Unerrettete doch immer und ausschließlich eine Torheit, sie halten es für Unsinn. Man kann das Kreuz einfach nicht schönreden. Niemand kann einem Esel die Sterne erklären. Wenn du es vielleicht sogar geschafft hast, dass er wenigstens mal nach oben schaut, frisst er doch gleich schon wieder Gras, ehe du anfangen kannst, ihm Sonne und Mond zu erläutern. Du wirst es mit intelligenten und überzeugenden Worten versuchen. „Dann“, so sagst du dir, „wird der Esel besser verstehen.“ Das tut er aber nicht! Ebenso wenig wird ein Verlorener das Evangelium besser verstehen, wenn du es ihm wohlklingender, einleuchtender oder nachvollziehbarer erklärst. Das Problem ist, dass zwischen dem Evangelium und den Gottlosen unüberwindbare Welten liegen. Das zeigt 1. Korinther 2,14 sehr deutlich: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.“ Darum empfindet jeder Unwiedergeborene das Wort vom Kreuz als Unsinn und Idiotie. Die Konsequenz, die Paulus daraus zog, beschreibt er im nächsten Kapitel: „So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. …Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft“ (1. Korinther 2,1+4). Er setzte nicht auf schöne und beeindruckende Worte, sondern er vertraute der Kraft des schlichten Evangeliums, die die verfinsterten Gehirne der Menschen erleuchtet und umwandelt. Der Apostel versuchte es nicht mit Wortgewandtheit oder menschlicher Logik, auch nicht mit manipulativer, suggestiver Kraft oder sonstigen Kunstgriffen, sondern er verließ sich auf die Kraft des Heiligen Geistes, die das Wort vom Kreuz lebendig macht. Er predigte es einfach im Vertrauen darauf, dass Gott es auf übernatürliche Weise anwendet und Menschen von der Hölle errettet werden. Heute wird vielfach versucht, die „Torheit“ des Evangeliums wegen ihres Anstoßes und Ärgernisses zu beseitigen. Martin Lloyd-Jones hat gesagt: „Die Tendenz zur Modernität hat die Gemeinde Gottes verdorben und beinahe das Evangelium Gottes zerstört.“
Dass wir nur durch das Blut eines Menschen, das Er am Kreuz vergossen hat, gerettet werden können, ist dem heutigen aufgeklärten Menschen nicht mehr zuzumuten. Das ist ihm zu dumm. Also bringt man das Evangelium in eine etwas anspruchsvollere und klügere Form. Man verzichtet auf „unsinnige“ Lehren wie die Schöpfungslehre, die Jungfrauengeburt, die Gottheit Christi, Seinen Sühnetod, Seine Auferstehung und versucht auf diese Weise, das Evangelium dem Zeitgeist anzupassen. Der Apostel Paulus sagt aber, dass wir damit nichts erreichen. Das Einzige, was wir erreichen, ist, dass wir das Wort vom Kreuz     
zunichtemachen. Durch die künstliche Verschlankung wird aber niemand gerettet.
Soll das Evangelium Kraft behalten, muss es so „töricht“ bleiben, wie es von Anfang war. Darum heißt es in Vers 21: „Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben.“ Menschenweisheit oder Gottesweisheit? Gott gefällt es, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Er hat offensichtlich Seine Freude daran, Menschen eine Botschaft zu bringen, die sie in ihrer aufgeblasenen Weisheit nicht verstehen. Von Jesus lesen wir:
„Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast!“ (Matthäus 11,25). Jesus freut sich, dass der Vater das Evangelium den Weisen und Klugen verborgen hat. Mehr noch: „Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen“ (V.19). Das heißt, wenn jemand zu Christus kommen möchte, muss er all seine Klugheit und vermeintliche Weisheit aufgeben, sie beiseitelegen, sie für nichts achten. Bist du dazu bereit? Bist du bereit, deinen Stolz über dein Wissen, deine Gelehrsamkeit, deine Kenntnis und Klugheit abzulegen und wie ein kleines, unmündiges Kind zu Christus zu kommen? Wenn du aber die Botschaft des Evangeliums weiter an deiner Überlegenheit messen willst, dann gehörst du zu den Verlorenen und das Kreuz Christi bleibt dir verschlossen, es bleibt dir eine Torheit und Gott macht dir deine Schläue und Weisheit zunichte. Selbstverständlich haben Menschen bemerkenswerte Entdeckungen gemacht und erstaunliche wissenschaftliche Leistungen vollbracht – in der Technik, Technologie, Medizin usw. Paulus ist nicht bildungsfeindlich. Wir Christen haben auch nicht auf alles eine Antwort, wie z. B. in den Bereichen der Physik, der Mathematik, der Elektronik. Manche Leute sind auf diesen Gebieten viel begabter als mancher Christ. Aber wenn wir Antworten auf das Leben suchen, wenn wir fragen, woher wir kommen,
wer wir sind und wohin wir gehen, dann kann uns menschliches Wissen nicht helfen.
Wenn es um die Gottes- und Heilsfrage geht, um unsere wahre Hoffnung, hat menschliche Intelligenz keine Antwort. Und wenn sie mit Hilfe von Philosophie, Ideologie oder Psychologie doch so tut, als wüsste sie, was den Menschen erlöst, dann wird sie vermessen.
Diese Vermessenheit der Selbsterlösung verwirft Gott. Die bekämpft Er und macht sie
zunichte. Denn das ewige Heil kann nicht errechnet und von Menschen erdacht werden.
Es kann nur durch Offenbarung erfahren werden – niemals durch menschliche Weisheit.
Paulus bezieht den Inhalt des Verses 19 „Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen“ aus Jesaja: „Darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen vergehe und der Verstand seiner Klugen sich verbergen müsse“
(Jesaja 29,14).
Als Jesaja diese Prophetie aussprach, plante Sanherib, der König Assyriens, Juda zu erobern. Der Herr sagte Seinem Propheten, er solle sich aber keine Sorgen machen und brauche sich nicht zu fürchten, denn der Plan des Königs würde fehlschlagen.
Aber dies würde nicht aufgrund der Kraft von Judas Armee oder aufgrund der Strategie von König Hiskia und seinen Ratgebern geschehen, sondern Juda würde einzig durch Gottes Kraft ohne jedes menschliche Zutun gerettet werden. Gott vernichtete 185.000 Mann der Armee Assyriens durch einen einzigen Engel (37,36). Der vollständige Bericht befindet sich in 2. Könige 17-19. Und Gott sagt zu alledem: „Ich will mit diesem Volk hinfort wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit der Weisen vergehe.“
Aus diesem Zusammenhang nimmt Paulus die Worte in unserem Abschnitt. Er will damit sagen: die Rettung kommt allein von Gott durch Jesus Christus, auf dass sich kein Fleisch rühme. So war es mit Paulus selbst. Was hatte er dazu beigetragen, dass er errettet wurde? Nichts! Welche Weisheit, welche Theologie, welche Geschichtskenntnis, welche Kultur, welche Bildung, welchen guten Willen konnte er mit einbringen? Nichts war in ihm, was Gott gebrauchen konnte. Und so können auch wir heute nicht aufgrund unserer eigenen Kraft und Leistung gerettet werden oder durch die Liturgie und Tradition einer Kirche,
sondern Gott macht unsere eigene Weisheit zunichte, damit wir allein durch Seine Kraft
gerettet werden. Er sandte Seinen Sohn Jesus, der der David ist, der stellvertretend für ganz Israel den Riesen Goliath schlug. Jesus allein ist der Retter. „Das Wort vom Kreuz“
ist alternativlos Darum sagt Paulus auch klar, worin die „Torheit“ des Evangeliums besteht, durch die Gott rettet. Es ist das „Wort vom Kreuz“. Liebe Gemeinde, das ist das Zentrum.
In Kapitel 2,2 schreibt der Apostel ähnlich: „Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts
zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.“
Das heißt, die Lehre vom Sühneopfer Christi, der am Kreuz stellvertretend für uns den Zorn Gottes auf sich genommen hat, ist die wichtigste aller Botschaften in der Bibel. Sie ist die Achse, um die sich alle Schrift dreht. Sie ist die Wahrheit, auf der alle anderen Wahrheiten aufbauen. Und dieses Wort vom Kreuz ist das einzige Wort, das es auf der Welt gibt, durch das Menschen gerettet werden. Und darum müssen wir an der „Torheit“ des Evangeliums festhalten, „denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen“ (V.25). „Oh“, habe ich sogar auch Christen sagen hören, „man kann doch nicht immer vom Kreuz reden. Das wirkt ja langsam abgegriffen, man muss doch auch mal was anderes
predigen!“ Obwohl das Evangelium töricht ist, ist es doch nicht einsilbig oder eintönig.
Es ist wie ein Diamant, den du dir von vielen Seiten anschauen kannst und bei dem du
immer neue Facetten entdeckst, aber es ist immer derselbe Edelstein. Du kannst bezüglich des Kreuzes über die Vergebung sprechen, über die Liebe, über die Gnade, die Erwählung,
die Rechtfertigung, die Versöhnung, die Annahme, die Kindschaft, die Heiligung, die Vollendung, die Auferstehung, die Wiederkunft Jesu und die Herrlichkeit – und doch handelt
es sich immer nur um das eine Wort vom Kreuz. Es ist das Wort vom Kreuz, durch das wir leben: Christus starb für unsere Sünden. Jerry Bridge schrieb: „Das Evangelium ist nicht nur eine wichtige Botschaft, sondern die allein entscheidende Botschaft in der gesamten Menschheitsgeschichte.“ Und trotzdem geht man in der Christenheit ziemlich lax mit dieser Lehre vom Kreuz um. Martin Luther sagte jedoch, dass ihm das Kreuz so real und lebendig war, als wäre Christus erst gestern für ihn gestorben. Es gibt keinen Tag, an dem wir gut genug für Gott waren, sodass wir das Kreuz nicht brauchen würden. Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht das Blut Jesu brauchen zur Vergebung. Wir leben durch das Wort vom Kreuz –
allein in dem gekreuzigten Christus liegt unsere Hoffnung, unsere Freude, unser Friede,
unsere Erfüllung. Darum wollen wir uns von nichts und niemand das Evangelium rauben lassen. Das Wort vom Kreuz ist für uns, die wir gerettet werden, Gotteskraft, Lebenskraft – bis an unser Ende. Spurgeon sagte am Ende seines Lebens: „Meine Theologie ist auf vier Worte zusammengeschrumpft, die lauten: ‚Jesus starb für mich!‘“ Wie köstlich muss es sein, wenn man absolut schwach geworden ist und nichts mehr kann, sich dann einfach
ins Kissen fallen zu lassen und in den Worten tiefe Ruhe zu finden: „Jesus starb für mich.“
Das ist genug! Es ist das Wichtigste in unserem Leben, zu lernen, auf das Kreuz zu vertrauen, sich auf den Gekreuzigten zu werfen. Lerne, dich nicht auf dein gutes Leben zu verlassen. Eine TV-Zuschauerin schrieb uns, dass sie immer ehrenwert gelebt habe und dass Gott das doch honorieren müsse. Wir reichen aber niemals an die Forderungen des vollkommenen Gesetzes Gottes heran. Selbst der allerbeste Mensch mit den meisten guten Taten – sozusagen der Weltmeister guter Werke – bleibt meilenweit davon entfernt, der Gerechtigkeit Gottes zu genügen. Darum verlass dich nicht auf dein anständiges Leben, auf deine ehrenamtlichen Tätigkeiten, auf deine Kirchen- oder Gemeindemitgliedschaft – auch nicht auf deine Taufe, sondern setze dein Vertrauen allein auf Jesus Christus, den Gekreuzigten.
Darum ist das „Wort vom Kreuz“ von allerhöchster, ja von entscheidender Bedeutung. Denn je näher das Ende kommt, desto bohrender wird die Frage nach der Ewigkeit:
„Was wird mit mir geschehen, wenn ich sterbe?“ Wie oft habe ich dann aus dem Mund von Christen die ängstliche Frage gehört: „Wird Gott auch mit mir zufrieden sein? Wird es ausreichen?“ Nein, es wird nicht ausreichen. Gott ist nur mit einem Einzigen zufrieden, und das ist Jesus allein. Wenn du dich darauf verlässt, dass Er deine Gerechtigkeit ist, dass Er deine Schuld am Kreuz getragen hat, dann bist du geborgen. Übe diesen Glauben schon in deiner Jugend ein, wache jeden Morgen damit auf und lege dich jeden Abend mit ihm hin. Lebe mit dem Kreuz im Zentrum deines Denkens, „denn das Wort vom Kreuz ist …denen, die gerettet werden, eine Gotteskraft“ (V.18). Darum sagt Paulus: „Denen aber, die berufen sind, … predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (V.24). Amen!