Nachfolge

Michelangelo Pieta

Warum Selbstverleugnung? Nachfolge und Kreuz von Dietrich Bonhoeffer
Bolsonaro & The Apocalypse: The Most Dangerous Man on Earth | George Monbiot

Selbstverleugnung kann niemals aufgehen in einer noch so großen Fülle einzelner Akte
der Selbstzermarterung oder asketischen Übungen; es heißt nicht Selbstmord, weil auch hier doch der Eigenwille des Menschen sich durchsetzen kann. Selbstverleugnung heißt, nur Christus kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn sehen, der vorangeht, und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist. Selbstverleugnung sagt wiederum nur:
Er geht voran, halte dich fest an ihn…

Das erste Christusleiden, das jeder erfahren muss, ist der Ruf, der uns aus den Bindungen dieser Welt herausruft. Es ist das Sterben des alten Menschen in der Begegnung mit Jesus Christus. Wer in die Nachfolge eintritt, gibt sich in den Tod Jesu, er setzt sein Leben ins Sterben. Das ist von Anfang an so; das Kreuz ist nicht das schreckliche Ende eines frommen, glücklichen Lebens, sondern es steht am Anfang der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Jeder Ruf Christi führt in den Tod. Ob wir mit den ersten Jüngern Haus und Beruf
verlassen müssen, um ihm zu folgen, ob wir mit Luther aus dem Kloster in den weltlichen Beruf hineingehen, es wartet in beidem der eine Tod auf uns, der Tod an Jesus Christus,
das Absterben unseres alten Menschen an dem Rufe Jesu.

Der Christ wird zum Lastträger, – “einer trage des anderen Last, so werdet ihr das
Gesetz Christi erfüllen” (Galater 6:2). Wie Christus unsere Last trägt, so sollen wir die Last der
Brüder tragen. Das Gesetz Christi, das erfüllt werden muss, ist das
Kreuztragen.

Der Mensch kann die ihm auferlegte Last auch abschütteln. Aber er wird damit nicht
von der Last überhaupt frei, sondern er trägt nun eine viel schwerere, unerträglichere Last.
Er trägt das selbstgewählte Joch seiner selbst. Jesus hat alle, die mit mancherlei Leiden und Lasten beladen sind, gerufen, ihr Joch abzuwerfen und sein Joch auf sich zu nehmen, das sanft, und seine Last, die leicht ist. Sein Joch und seine Last ist das Kreuz.
Unter seinem Joch sind wir seiner Nähe und Gemeinschaft gewiss.
Er selbst ist es, den der Nachfolgende findet, wenn er sein Kreuz aufnimmt.

Ob wir den Frieden Gottes wirklich gefunden haben, wird sich daran erproben, wie wir
zu den Trübsalen, die über uns kommen, stehen. Es gibt viele Christen, die wohl ihre Knie beugen vor dem Kreuz Christi, die sich aber gegen jede Trübsal in ihrem eigenen Leben nur zur Wehr setzen und sich sträuben. Sie glauben, das Kreuz Christi zu lieben, aber das Kreuz in ihrem eigenen Leben hassen sie. So hassen sie in Wahrheit auch das Kreuz Jesu Christi, sie sind in Wahrheit Verächter des Kreuzes, die selbst mit allen Mitteln dem Kreuz zu
entfliehen suchen.

Wer also die Trübsal, wer Verzicht, Not, Verleumdung, Gefangenschaft in seinem Leben nur hasst, der mag sonst vom Kreuz mit noch so großen Worten reden, er hasst das Kreuz Jesu und hat keinen Frieden mit Gott. Wer aber das Kreuz Christi liebt, der fängt an, auch die Trübsal in seinem Leben zu lieben, und zuletzt wird er mit der Schrift sprechen können: „Wir rühmen uns auch der Trübsal.“

Was du auch heute für Lasten tragen musst, Vergiss nicht!
der Herr ist mit dir

Trage das Kreuz und es wird dich tragen. John Wesley

Es steht dem Knecht nicht gut, danach zu trachten, reich, groß und geehrt zu sein in dieser Welt, in der sein Meister arm, gering und verachtet war. Georg Müller

Mit Herz und Seele müssen wir diesen Jesus erfahren. Und noch mehr: Wir müssen ihn
erfahren als den Herrn über alle Dinge, König über alle Welten Gottes. Mit unserer ganzen Konzentration müssen wir uns auf ihn, den Kommenden und auf die Erscheinung seines Reiches richten. Heinrich Arnold (1913- 23. Juli 1982)

„Eine Kirche, die man nicht mehr braucht“
Linz (kath.net)
Die augenblickliche Krise der Kirche ist fundamental, größer als die arianische Erschütterung im 4. Jahrhundert. Ging es damals noch um eine Wesensbestimmung von Jesus Christus (gottgleich oder gottähnlich), geht es heute um Jesus Christus selbst: Ist er noch der Weg, die Wahrheit und das Leben zu Gott für alle Menschen (vgl. Joh 14,6) oder nicht, ist er und nicht Buddha oder Mohammed die Tür zum ewigen Leben bei Gott (vgl. Joh 10,9) oder nicht? Die Antworten der Kirchenführung diesbezüglich sind nicht mehr klar und eindeutig, sondern schwammig und vieldeutig. Eine schwammige und vieldeutige Kirche aber ist den Menschen über kurz oder lang egal. Wer will es ihnen verdenken?
Thomas Rietzschel kommt bei der kritischen Analyse der Kirchenaustrittszahlen aus dem Jahre 2018 (Kirchenaustritte: Rette sich, wer noch kann!, in: die achse des guten vom 21. Juli 2019) zu der schmerzhaft nüchternen Feststellung: „Was um alles in der Welt und im Himmel sollten sie (die Menschen) auch auf Institutionen geben, deren Vertreter das Kreuz ablegen, bevor sie den Tempelberg in Jerusalem betreten. … Warum sollte diesen Schlawinern noch vertrauen, wer es ernst meint mit dem christlichen Glauben? …
Die Institutionen (sprich: Kirchen) verfaulen vom Kopf her.“

KREUZERHÖHUNG FEST, 14. September
(Teresa von Avila, zum Fest Kreuzerhöhung 1581 gedichtet)

Im Kreuz ist Leben,
in ihm ist Trost,
Es ist allein der Weg,
der führt zum Himmel hin.
Am Kreuze hängt der Herr
des Himmels und der Erde,
erfreut sich großen Friedens,
sei Kampf auch um ihn her.
Es bannet alle Übel,
die’s hier auf Erden gibt:
Es ist allein der Weg,
der führt zum Himmel hin.
Vom Kreuze sagt die Braut
zu ihrem Liebsten hin,
ein’ köstlich’ Palm’ es ist,
auf die er hoch hinaufstieg.
Sein’ Frucht hat gut geschmeckt
im Himmel droben Gott.
Es ist allein der Weg,
der führt zum Himmel hin.
Ein’ köstlich’ Ölbaum ist
das Kreuze, das hochheilig
mit seinem Öl uns salbt
und auch noch Licht uns gibt.
Nimm, meine Seele, auf dich
das Kreuz und sei getrost:
Es ist allein der Weg,
der führt zum Himmel hin.
Das Kreuz, der grüne Baum,
ersehnt ist von der Braut,
in dessen Schatten fein
sie sich gelagert hat,
um am geliebten König
des Himmels sich zu freu’n:
Es ist allein der Weg,
der führt zum Himmel hin.
Der Seele, die sich Gott
ganz hingegeben hat
und wirklich von der Welt
ganz frei und ledig ist,
für sie das Kreuz der Baum
des Lebens und des Trosts ist,
ein wonnevoller Weg,
der führt zum Himmel hin.
Seit sich ans Kreuz gehängt,
der unser Retter ward,
liegt ganz allein im Kreuz
die Glorie und die Ehr’;
im Schmerze und im Leiden
liegt Leben, Trost dazu,
und auch der sicherst’ Weg
der führt zum Himmel hin.
Amen.

Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber
der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Römer 8,18 (ELB)


Tim Hughes- Here I Am To Worship

The Passion of the Christ
See, Mother, I make all things new.
If the world hates you remember that it has hated me first. Father, you can do all things.
If it is possible, let this chalice pass from me …
The Helper will come who reveals the truth about God. Remember also that no servant is greater than his master. If they persecuted me, they will persecute you. You must not be
afraid. Father, into your hands I commend my spirit. Amen, I tell you on this day you shall
be with me in paradise.
I cannot be with you much longer, my friends. You cannot go where I am going.
My commandment to you after I am gone is this … Love one another.
As I have loved you … so love one another.
You believe in me. You know that I am the Way, the Truth and the Life.
And no one comes to the Father but by me.

„Geh deinen Weg vor mir und sei ganz“ (Gen 17,1)

The meaning of “whole” or “wholeness” is to make holy or to heal. The descent into the depths will bring healing. It is the way to the total being, to the treasure which suffering mankind is forever seeking, which is hidden in the place guarded by terrible danger.
This is the place of primordial unconsciousness and at the same time the place of healing and redemption, because it contains the jewel of wholeness. It is the cave where the
dragon of chaos lives and it is also the indestructible city, the magic circle or temenos,
the sacred precinct where all the split-off parts of the personality are united.
~ C.G. Jung art | Jakub Rozalski







Ich will alleine bleiben, und er sagt mir: „Komm und folge mir!” Ich schmiede Pläne,
und er sagt mir: „Gib sie auf!” Ich will begreifen, und er sagt mir: „Glaube!”
Ich will Poesie, und er redet mir konkret! Ich will Gewalt, und er redet mir vom Frieden!
Ich rede vom Frieden, und er sagt mir, er sei gekommen, um das Schwert zubringen.
Ich will größer sein, und er sagt mir: „Werde wie ein Kind!”
Ich will mich verstecken, und er sagt mir: „Zeig dein Licht!”
Ich will auf den ersten Platz, und er sagt mir: „Setz dich auf den letzten!” Pater Zezinho
Nicht herrschen, sondern dienen von Johannes E. von Holst

Katastrophen und Tragödien – Was folgt daraus? von Charles E. Moore
„Die Zeit der Barmherzigkeit ist vorüber“
„Ihr werdet von Kriegen hören, und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen.
Gebt acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das
Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere,
und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der
Anfang der Wehen.“ Matth.24, 6-8)

Jesus sagte seinen Jüngern, sie sollten sich bereit machen und auf sein Kommen
vorbereiten.
Er unterwies sie, wie ein Haushalter dafür zu sorgen, dass der Haushalt
gut läuft und während der Abwesenheit des Meisters unter Kontrolle ist (Matth.24, 42-51).
Mit anderen Worten: Jesus ermahnte sie so zu leben, dass Gottes Herrschaftsbereich so
ist wie er sein sollte. Lebt so, dass Gottes Haus in Ordnung ist – bereit, ihn willkommen
zu heißen.
Jesus sagt, dass sein Königreich nur denen gegeben wird, die die erwarteten Früchte bringen (Matth.21, 43). Seine Nachfolger sind diejenigen, die für seinen Dienst
gekleidet
sind (Luk.12, 35) und sich mit Dingen befassen, die Bestand haben
(Joh.15,14; Luk.12,33).

Mit anderen Worten: Jesus bittet seine Nachfolger, für eine andere Art von Welt zu
leben – für eine Sozialordnung, die hier und jetzt zeigt, wie Gottes Ordnung in Wirklichkeit aussieht. Gottes Ordnung ist gleich einer Familie und entspricht einem Leben, das nicht auf persönlicher Zufriedenheit, persönlichem Wohlergehen, Macht und Prestige aufgebaut ist, sondern auf Selbstlosigkeit und fröhlichem Dienst füreinander.

Wird Christus die einfachen Taten des Glaubens finden, die seinem Königreich
entsprechen – brennende Liebe und gegenseitiges Mitleid? Oder wird er Menschen
finden, die ihre Herzen verhärtet haben und sich in ihrer kleinen egoistischen Welt verstecken, wie Küken unter den Flügeln der Henne (Matth.23, 37)?

Oder wird er wieder weinen, wie damals über Jerusalem, weil wir unser Leben verbarri-
kadiert und die Dinge übersehen haben, die den Frieden bringen sollen (Luk.19, 41-42)?
Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat unsere Welt viele schreckliche Katastrophen erlebt. Erkennen wir die Zeichen der Zeit? Sehen wir unsere Welt in dem größeren Zusammenhang mit Gottes Plan, alles neu zu machen? Wenn dem so ist – leben wir auch dem entsprechend? Jesus sagt: „Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt“ (Luk.12, 37). Die Frage ist: Sind wir bereit?Die Unsicherheiten dieser Zeit sind das Rohmaterial für unsern Glauben.
Gott hält die ganze Welt in seiner Hand. Corrie ten Boom

Selbst wenn ich weiß, dass morgen die Welt untergeht,
würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.
Martin Luther

An Italian woman takes her daughter to her first communion, 1940

Es gab mal eine Zeit, wo man fast Angst haben musste, sich als Jünger Jesu zu bekennen, weil das so vieles in sich schloss. Heutzutage hingegen kann man es bedenkenlos tun, denn es bedeutet gar nichts. Søren Kierkegaard

Die letzten Christen Interview mit Andreas Knapp
Zunächst einmal gilt vom Evangelium her, dass jeder, der in Not ist, bei Christen Hilfe finden muss, dass Christen sich allen zuwenden, die notleidend sind, ohne danach zu fragen, welcher Religion sie angehören, welche Rasse, welche Hautfarbe sie haben.
Jeder Mensch, der in Not ist, ist für uns der Bruder oder die Schwester, in denen
wir Christus selber erkennen.
Nun gibt es aber Menschen, die besonders bedroht sind.
Das sind z.B. die Minderheiten. Und ich plädiere deshalb für eine Unterstützung der
christlichen Geflüchteten aus dem Orient, weil sie zu einer besonders bedrohten Minderheit gehören. Auch die Muslime sind bedroht, aber sie gehören nicht einer besonders
bedrohten Minderheit an.
Minderheiten haben noch weniger Chancen, weil sie zum Beispiel in ihrer eigenen Heimat kein Gebiet mehr finden, wo sie in Sicherheit leben können.
Das ist bei den Muslimen nicht der Fall. Es gibt sunnitische und schiitische Länder oder
große Gebiete, wo sie Zuflucht finden können. Für Christen gibt es das in ihrer eigenen Sprache und Kultur fast nicht mehr. Es gibt noch den Libanon, der aber sehr bedroht ist, weil das ganze Gleichgewicht aus den Fugen ist, und es gibt noch Jordanien.
Dann ist aber auch schon Ende im ganzen Nahen Osten.
Der besondere Schutz leitet sich für Dich aus dem Status einer verfolgten Minderheit ab –
das ist nicht ein Aufruf zu einer besonderen Solidarität unter Christen?

Nein, weil ich glaube, dass vom Evangelium her jeder Mensch in Not für uns Schwester
und Bruder ist, unabhängig von der Religion oder Konfession. Das ist ja gerade das
Typische des Christentums, dieser universale Gedanke – im Gegensatz zum Islam,
wo zum Beispiel die Armensteuer nur für Muslime gebraucht werden darf.
Innerhalb des Islam ist ein ganz starkes Denken beheimatet: „Muslime helfen Muslimen“.
Das Christentum hat eine andere Menschheitsphilosophie. Nämlich: Jeder Mensch ist Bild Gottes und jeder Mensch ist für mich Schwester und Bruder.
Das ist im Islam etwas anders, dort gibt es Abstufungen. Der Bruder, das ist der Bruder im Glauben.

Aber dann gibt es sozusagen die Stiefgeschwister, das sind die „Leute des Buches“, die sind nicht richtig gläubig und deswegen sind sie auch eben immer diskriminiert worden.
Das dürfte es im Christentum nicht geben. Ich sehe hier einen großen Unterschied zwischen Islam und Christentum. Und ich denke, unser Erbe ist es, dass jeder Mensch als Bild Gottes Achtung verdient und, wenn er verfolgt wird, unsere Hilfe. Die Christen im Orient verdienen deswegen eine besondere Hilfe, weil sie so eine verletzte Geschichte mit sich bringen. Sie sind durch die Genozide mehr verletzt als die anderen, und als Minderheit
haben sie niemanden, der sich in ihren Heimatländern für sie einsetzt.

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“
(Martin Niemöller, deutscher evangelischer Theologe, 1892-1984)

Wo wir gegen die Liebe gefehlt, müssen wir durch vermehrte Liebe sühnen;
wo wir dem Reich des Bösen gedient, müssen wir desto eifriger für das Reich
des Guten kämpfen; wo wir uns gegen nun Verstorbene verschuldet,
müssen wir’s den Lebenden bezahlen. 1908

Live from your heart now and free
Rest now and be
Rest for all that has left to be
What once was lost we will have returned
Got back to us
the time we earned.
I stepped back in time
Controlled the plots that were not mine
Somehow I overtook
the shields and rivers and fields and flowers
All but bloomed where my soul just turned

I fled along the stony walls
where farmlands grew high and heavy
waiting for me to dig in
To run run run
Into the woods
Where all turned and tossed
and nothing seemed real
I stepped back in time
along the rivers, fields and fires to shine
Places where my soul first burned
all but bloomed
Lost time I earned
Scented blossom flowers and fires blazing
I ran passed the village
the scars I was facing
The houses empty
The woods magnetic
Pulling pulling
Earth fulfilling
this hunger stilling

Lost time I earned
My soul first burned
and learned to shine
Now arisen, I left that time
Into the woods, the woods were mine
Where all turned and tossed
and nothing seemed real
What once was lost
Got back to us
The time we earned
our souls first burned
We left but learned

Susan Gerards
03-06-2019
„We Left, we Learned“

~ They tried to bury us but they didn’t know we were seeds ~
Dinos Christianopoulos




Gestern vor genau 111 Jahren wurde Salvador Allende geboren.
Sein Versuch, eine menschenwürdige Gesellschaft zu errichten, wurde von den uns recht gut bekannten Friedens- und Demokratiestiftern in Blut ertränkt.
Am 11.09.1973 stürzen und ermorden die USA mit einem von der CIA organisierten Militärputsch den demokratisch gewählten, sozialistischen Präsidenten Chiles. Seine Fehler: Land für Bauern, Verstaatlichung der Bodenschätze, staatlich festgelegte Preise für Grundnahrungsmittel, Entmachtung der US-Konzerne und des internationalen Finanzkapitals. Tausende werden ermordet, Tausende verschwinden in Folterkellern.
Ein Muster, das das Imperium bis heute wiederholt. Immer und immer wieder.
Seine folgenden, 50 Jahre alten Sätze kann man nicht oft genug lesen:
„Wir stehen vor einer direkten Konfrontation zwischen den großen transnationalen
Konzernen und den Staaten. Die Konzerne mischen sich in die grundlegenden politischen, ökonomischen und militärischen Entscheidungen der Staaten ein. Die Konzerne sind
globale Organisationen, die von keinem Staat abhängig sind und deren Aktivitäten von
keinem Parlament oder irgend einer anderen für das kollektive Interesse repräsentativen Institution kontrolliert werden und sind diesen auch nicht rechenschaftspflichtig.
Kurzum, die gesamte politische Struktur der Welt wird untergraben.“
(Salvador Allende in seiner prophetischen Rede vor der UNO 1972, kurz vor seiner
Ermordung durch die USA)
Parallelen zu Venezuela sind…rein zufällig: Als am 11. September 1973 in Südamerika
geputscht wurde, waren das die Reaktionen der BRD. Regierung und Kapital in der
Bundesrepublik Deutschland freuen sich:
„Jetzt hat die Armee nicht mehr länger stillgehalten. Drei Jahre Marxismus sind ihr genug.“
(Bild am 12.09.1973)
„Chile – jetzt investieren.“
(FAZ.NET – Frankfurter Allgemeine Zeitung)
„Im Augenblick der höchsten Gefahr konnten sich die Streitkräfte ihrer Verantwortung nicht mehr länger entziehen. Sie können nur obsiegen, wenn sie sofort und mit aller
Schärfe reinen Tisch machen.“
(FAZ.NET – Frankfurter Allgemeine Zeitung am 12.09.1973)
„Die Ereignisse in Chile haben bewiesen, dass Marxismus und freiheitlich-demokratische Grundsätze unvereinbar sind.“
(Karl Carstens, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, am 12.09.1973)
„Putsch in Chile ist für Banken positiv – in Südamerika kann wieder investiert werden.“
(Neue Westfälische)
„Jetzt geht es wieder aufwärts.“
(Springer / Die Welt)
„Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erhält das Wort Ordnung für die
Chilenen plötzlich wieder einen süßen Klang.“
(Franz-Josef Strauss, CSU)
„Wer sich einigermaßen in der chilenischen Geschichte auskennt, kann sogar für das
Vorgehen der Streitkräfte ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen…“
(Deutschlandfunk am 13.09.1973)
„Soweit wir Einblick bekommen haben, bemüht sich die Militärregierung in optimalem Umfang um die Gefangenen. Die Verhafteten, die wir sprachen, haben sich nicht beklagt.“
(CDU-Generalsekretär Bruno Heck)
„Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.“
(Über die Lage der im Stadion von Santiago gefangenen, gefolterten und zu Tausenden
ermordeten Chilenen in der Süddeutschen Zeitung am 18.10.73)
„Putsch in Chile ist für Banken positiv – In Südamerika kann wieder investiert werden.“
(Gerhard Liedtke, Dresdner Bank AG, am 08.10.1973)
„Der so lang erwartete Eingriff der Militärs hat endlich stattgefunden … Säuberungsaktion ist immer noch im Gange… Wir sind der Ansicht, daß das Vorgehen der Militärs und der
Polizei nicht intelligenter geplant und koordiniert werden konnte, und dass es sich um eine Aktion handelte, die bis ins letzte Detail vorbereitet war und glänzend ausgeführt wurde… Chile wird in Zukunft ein für Hoechster Produkte zunehmend interessanter Markt sein… Die Regierung Allende hat das Ende gefunden, das sie verdient…“
(Farbwerke Hoechst AG, Teil der „IG Farben“, heute u.a. Aventis)

André Chung, Zuckerrohrschneider, Havanna, Kuba

Das ist mein Leib Von Essen und Freiheit von Edwidge Danticat
Vom letzten Abendmahl bis zu Mahlzeiten in Migranten-Auffangzentren – Mahlzeiten, die in Verzweiflung eingenommen werden, bleiben besonders in Erinnerung. Edwidge Danticat

mein kleiner abschied aus der partei DIE LINKE. und dann noch 2,3 andere sätze. 🤷‍♂️❤️ „ich, ein alter mann, sage euch, dass wir in einer vorkriegszeit leben.“ gab der 91jährige, altgediente und mittlerweile verstorbene egon bahr einer heidelberger schulklasse mit
auf den weg, die er kurz vor seinem tod 2013 besuchte. der große, legendäre denker und konstrukteur der sogenannten „ostverträge“ unter willy brandt gehörte zu einer nunmehr ausgestorbenen generation. DER generation der helmut schmidts, peter scholl-latours und egon bahrs – der generation unserer opas und omas, die durch das am eigenen leib erlebte, durch ihren letzten rest autorität und den ihnen noch entgegengebrachten öffentlichen respekt das verhinderte (oder zumindest aufschob), dem wir uns mit immer größeren schritten nähern. du kannst nicht entkommen – das ist die botschaft und die wichtigste
erkenntnis. du kannst dich nicht wegducken, du kannst nicht ignorieren, deinen tellerrand enger ziehen, dinge aus deinem leben verbannen. es funktioniert einfach nicht. egal, wie sehr du dich anstrengst. vor knapp einem jahr verbannte ich meinen fernseher für immer aus meinem leben. aus gründen – die wohl jedem klar sein sollten. die macht, die dieses medium über dich nach kürzester zeit gewinnt (selbst wenn du dich für einen aufgeklärten, kritischen menschen hälst) – ist beängstigend. und wird dir erst dann offensichtlich, wenn du einige wochen darauf verzichtet hast. kalter entzug freunde – versucht es. um eurer selbst willen. bewusst und unterbewusst ablaufende psychologische techniken und prozesse beeinflussen dich nach kürzester zeit des tv-konsums. ob in sachen werbung (oder noch viel mehr) politischer indoktrination und manipulation. dass das audio-medium
„radio“, mit seinem immer gleichen mix aus hot rotations unfassbar mies gemachten autotune-gejaules, gepaart mit stündlichem „5-minuten-hass“ in komprimierter, stündlicher form der intensität visuell provozierter würgereize in nichts nachsteht – empfinde
sicherlich nicht nur ich so. von daher: abschalten. alles. abschalten. do it. die gute nachricht: es entspannt dich kurzzeitig. die schlechte: das netz, die matrix ist mittlerweile SO dicht, du kannst nicht entkommen. zuletzt wurde mir das just an diesem morgen bewusst, als ich meine bahnhofsbuchhandlung frequentierte. im zeitungsregal penetrierte mich von JEDER titelseite hämische schadenfreude diverser schreibsöldner über den ausschluss russlands von den olympischen spielen. vom illustriertenregal grinste mich ein dank
photoshop dämonisch grinsender putin auf einer spiegel-sonderausgabe an. lediglich 3 subheadlines zierten das cover des einstigen „sturmgeschützes deutscher demokratie“:
der ex-kgb-agent putin, die niederträchtige männerfreundschaft schröder-putin, neuer
kalter krieg – die ohnmacht des westens. kampagnenjournalismus at it’s best.
2 meter weiter, im bücherregal stiert mich, prominent platziert und mit (angeblich) verkaufsförderndem sticker „bestseller“ „DAS PUTIN-SYNDIKAT“ an. ein zutiefst krankes werk von russland-hasserin margareta mommsen. der letzte hort (vermeintlich) intellektueller bildungsbürger – die buchhandlung – längst gleichgeschaltet, integriert in die globale propagandamatrix. immer wieder verlängerte sanktionen gegen russland, russland-bashing auf allen kanälen. so schreibt die springer-presse selbst immer offener die geschichte um. „die welt“ unterschlägt diese woche allen ernstes, dass russland das kz auschwitz befreite und schreibt über bilder von kz-häftlingen: „…amerikanische alliierte haben sie gefilmt, nachdem sie 1945 das kz auschwitz befreit haben. menschen, bis auf die knochen
abgemagert.“ nachdem „die welt“ in mehreren kommentaren darauf aufmerksam gemacht wird, dass die rote armee auschwitz befreite, ändert sie das wie folgt ab: „…amerikanische alliierte haben sie gefilmt, nachdem 1945 das kz auschwitz befreit worden war. menschen, bis auf die knochen abgemagert.“ nach tagen endlich (offensichtlich gibt es wohl doch noch den einen oder anderen wachen geist, der sich zum handeln gedrängt sieht), ändert springer, in dessen verlagsgrundsätzen die unbedingte transatlantische treue zu den usa fest zementiert ist, den artikel ab in: „SOWJETISCHE soldaten haben sie gefilmt, nachdem im januar 1945 das kz auschwitz befreit worden war.“ wie kann man das noch nennen? kreative auslegung? russophobie? geschichtsfälschung? simone de beauvoir sagte einst: „die hinterhältigste lüge ist die auslassung“. und: die machtvollste dazu, muss ergänzt
werden. mittlerweile wurde russland, das größte land dieses planeten, von den olympischen spielen ausgeschlossen. eine rein politische entscheidung, die auf keinem einzigen beweis organisierten dopings fußt. letzteres stellt auch hier übrigens den in jeder gröhlenden sondersendung von ard bis n24 fehlenden fakt dar: es gibt für die staatlich organisierten doping-verdächtigungen und vorwürfe an russlands sportler BIS HEUTE keinen einzigen beweis. dabei gehe ich jedoch noch nicht mal soweit, russische sportler zu heiligen zu erheben. ganz im gegenteil. ich glaube sehr wohl, dass sie dopen. so, wie ALLE ANDEREN auch. und das schon immer. eben weil internationale sport-wettkämpfe nur eines sind: propaganda-events, krieg mit sportlichen mitteln, prestige- und imageshows. zuletzt aber: orte des mammons. und: sollten alle gedopten sportler ab sofort alle internationalen sportveranstaltungen meiden, wären diese vor allem eines: leer. als ich meine oma gegen ende ihres lebens fragte „wie das alles damals möglich war“ erntete ich nur stottern und unverständnis. was mich dazu veranlasste, dieses thema nie wieder anzusprechen. auch und insbesondere, weil meine oma (flucht und vertreibung aus breslau) selbst durchaus genügend für mehrere menschenleben gelitten hat. das problem: all jene potentiell warnenden zeitzeugen sterben weg. meine oma ist es bereits. und mit ihnen das leibhaftige
gedächtnis, WAS krieg eigentlich genau heißt. denn krieg ist nicht klinisch und schwarz weiß. krieg ist nicht das, was uns n24 und ntv in immer endloseren pseudo-dokus vorspielen, unterbrochen von lobgesängen auf den neuesten us-panzer, russland-schmähungen und bundeswehr-reportagen. krieg bedeutet endlose grausamkeiten, menschen, die elendig verrecken. verbrennen, aufgeschlitzt, vergewaltigt, verbrannt, verhungert, vergast,
zerfetzt. kinder mit denen all das passiert vor den augen ihrer eltern. meine oma hat all das erlebt – eure großeltern eventuell auch. allein: sie sind nun tot – und mit ihnen stirbt das, was uns vor den verführungen jener eliten bewahrte, die schon damals die lämmer zur schlachtbank führten, und: die auf dem besten wege sind, dies wieder zu tun. ich verstehe mittlerweile, „wie das alles sein konnte“. sehr gut sogar. innerhalb einer generation – spielt sich die gleiche show vor meinen und unseren augen ab. wir müssen letztere nur aufmachen – woran nun leider schon ein guter teil unserer mitbürger scheitert, keine frage.
2001 hielt der damals noch über die maßen respektierte putin, der „retter russlands“, nachfolger des suffkopfs jelzin, der sein land stück für stück an globale konzerne verschacherte, eine gefeierte rede. nicht irgendwo: nein nein – sondern im deutschen bundestag. verabschiedet wurde der mann, der die freundschaft deutschlands und russlands beschwor, gegenseitiges verständnis und eine starke partnerschaft der beiden mächtigsten europäischen staaten wünschte…mit donnerndem applaus und standing ovations. 17 jahre später ist der mann der antichrist. der teufel in person. nicht einmal 17 jahre benötigte ein perfides, aber hochprofessionelles, massenpsychologisches propagandasystem, um die welt völlig umzukehren. die macher und einflusszirkel nutzen hierbei die gleichen techniken, derer sich schon goebbels bediente und die ein edward bernays oder gustave le bon theoretisierte. dabei stehen ihnen heute weitaus mächtigere instrumente und global organisierte institutionen zur verfügung, ihre agenda umzusetzen. und auch der letzte, nahezu freie ort der wissens- und informationsbeschaffung – das internet – steht kurz vor der totalen (meinungs-)kontrolle. die säulen „unserer“ gesellschaft sind es längst: unterwandert und kontrolliert. durch mächtige lobbies und einflusszirkel, die denselben herren dienen. und nun, zu guter letzt, sorgt niemand geringeres als ein LINKER dafür, dass einer der wenigen aufrechten, genau vor diesen realen szenarien warnenden aktiven, seinen wohl verdienten preis nicht erhält. aus fadenscheinigen gründen – die inhaltlich vermutlich weit über den intellekt eines klaus lederer (seines zeichens kultursenator von berlin) hinaus gehen. letztgenannter verhindert aktuell durch stupide zensur und machtmissbrauch und entgegen allen nur irgendwie linken positionen die verleihung des „kölner karlspreises für engagierte literatur und publizistik“ an den unermüdlichen, sehr geschätzten ken jebsen. „man muss gegen willkür und terror auf die straße gehen, sich wehren, mutig sein, nicht weggucken. egal, gegen wen es geht, wenn juden attackiert werden, wenn gegen türken oder muslime vorgegangen wird, wenn frauen verprügelt oder homosexuelle gebasht werden. wenn also irgendwo intoleranz hoffähig gemacht werden soll, wenn der rechtsstaat einknickt, die demokratie versagt – wenn willkür zum terrortool wird. dann muss man sich für die, die es trifft, ins zeug legen. das ist meine humanistische grundhaltung.“ sagt übrigens nicht klaus lederer, sondern niemand geringeres als ken jebsen. DEN aber hält der linke lederer für gemeingefährlich. für neurechts, für antisemitisch. und hat dabei eine mittlerweile erschreckend große gruppe innerhalb der linken hinter sich. nicht weil jebsen starken wert- und moralvorstellungen folgt, sie immer wieder und konsequent seit jahren verteidigt – sondern weil ein mensch, der DAS tut, nicht umhin kommt, offen kritik zu üben an den imperialen invasionen, eroberungskriegen, an globaler gewalt, an furchtbaren verbrechen durch den internationalen militärisch-industriellen komplex. der sich einen staat namens usa hält. weiter weil ein echter humanist nicht drumherum kommt, die verbrechen eines apartheid-staates israel zu benennen, der millionen menschen seit jahrzehnten in immer engeren open-air-kz’s pfercht und nach belieben tötet, bombt und massakriert. letzteres eben genau AUS unserer eigenen historischen verpflichtung heraus. alles andere ist scheinheilig und verlogen. mindestens aber so widerlich zynisch und absurd wie das wirken von „linken“ wie klaus lederer oder gar eines stefan liebich als nato-bordsteinschwalben in der partei „die linke“. die linke selbst, bis dato letztes institutionalisiertes, parlamentarisches bollwerk gegen die globale, neoliberale machtelite, deren selbsternannte „mitte-parteien“, gegen das wirken der sogenannten „westlichen wertegemeinschaft“ und ihrer terrororganisation nato… diese mittlerweile unterwanderte linke überwindet gerade den letzten widerstand oder zerstört ihn selbst. die grünen haben es vorgemacht, wie man von einer in der friedensbewegung verankerten partei über angebliche humanitäre kriege zu einer zähnefletschenden, alles zurecht lügenden, kriegsgeilen und menschenverachtenden partei wird, die dem willen der machteliten dient. özdemir, nouripour, marieluise beck und etliche aus der grünen führungsspitze stehen längst fest auf der atlantikbrücke und anderen nato-lobby-zirkeln. in berlin zelebriert nun also der linke kultursenator lederer die fachgerechte zerlegung der letzten kriegskritischen partei „die linke“. lederer ist einer derjenigen nato-freunde, die sich gerade anschicken, die partei von innen heraus in richtung eroberungskrieg („humanitäre intervention“) zu „reformieren“. dafür stellt er auch ganz gerne mal propagandistisch wertvolle denkmäler für islamistische (aber vom westen geförderte) terrororganisationen vor dem brandenburger tor auf. in den kranken hirnen eines erwähnten stefan liebich (die linke UND mitglied der atlantikbrücke) ist die eroberung der erde durch die westliche wertegemeinschaft überhaupt gar erst die revolution. letzterer, stefan liebich, liebesdiener seiner transatlantischen nato-herren und u-boot in der partei „die linke“, wird seinen herren u.a. durch die veröffentlichung immer neuer, haarsträubender bücher und traktate dienlich, in denen er offen für die nato und ihre verbrecherischen, imperialen kriege wirbt. als randnotiz sei erwähnt, dass der bub einem hinterfragen seiner beweggründe denkbar schlecht standhält. allein die frage, wie er seine mitgliedschaft im nato-lobbyverein „atlantikbrücke“ mit seinem dasein als „linker“ vereinen kann – führt zum sofortigen, kommentarlosen blocken auf seiner facebook-page. gern und selbstlos für euch getestet! wehret den anfängen! wenn „linke“ nicht mehr wissen, was es bedeutet, links zu sein, sich in vorauseilendem gehorsam dienstbar machen bei zensur und diffamierung gegenüber personen, die nichts anderes kennzeichnet, als kritisch zu sein, dann ist die vereinnahmung vollständig geglückt. dann ist bücherverbrennung wieder möglich. sie wird dann „linker protest“ genannt werden. der neue faschismus wird kommen und sagen „ich bin der antifaschismus“. und nochmal danke an klaus lederer. du vollhonk hast mir den finalen abschied von einer transatlantisch und neoliberal indoktrinierten, antirussland-partei leicht gemacht. denn: hinter lederer, hinter liebich und konsorten steht die führungsriege dieser partei. allahopp: lasst sie dort stehen – ALLEIN. der theologe dietrich bonhoeffer wurde im kz von einem mithäftling gefragt, wie er mitglied des widerstandes gegen den faschismus sein kann und den führer töten könne, wenn er doch christ sei und niemanden töten solle. darauf antwortete er folgendes: „wenn ein betrunkener autofahrer mit hoher geschwindigkeit den kurfürstendamm hinunter rast, kann es nicht die einzige und wichtigste aufgabe eines pfarrers sein, die opfer des wahnsinnigen zu beerdigen und deren angehörige zu trösten. viel wichtiger ist es, dem betrunkenen das steuerrad zu entreißen.“ demokratie, meinungsfreiheit, menschenrechte, moral und werte müssen AKTIV verteidigt werden. wenn schon nicht für uns oder unsere kinder – dann schulden wir es denen, die vor uns dafür starben. ich weiß, unvorstellbar, dass unzählige menschen ihr leben gaben – dafür, dass heute uninteressierte kiddies ihre boobs und ihre avocadobrote auf instagram challengen. ganz offensichtlich jedoch – ist eine linke partei (trotz großartiger menschen wie sahra wagenknecht, oscar lafontaine, fabio die masi, andrej hunko, wolfgang gehrcke und einigen anderen) nicht mehr der ort für eine ernsthafte, effektive perspektive. und so geht mein parteibuch nun den weg alles irdischen.
was grundsätzlich mit meiner inneren, über die jahre gewachsenen einstellung harmoniert: dieses system ist nicht reformierbar. warum sollte es das auch sein. warum sollte ein
system selbst dir die mittel zur verfügung stellen, um es zu zerstören. absurd! es ist nicht kaputt oder fehlerhaft oder löchrig – seit jahrzehnten arbeiteten monster daran, diesen kraken so aufzustellen, wie wir ihn heute erleben. die absurdität, davon auszugehen, dass diese repräsentative scheindemokratie dir die mittel lassen würde, auf demokratischem, parlamentarischen wege etwas zu verändern, sollte ein jeder von uns schnellstmöglich ablegen. oh: und das ist auch gar nichts neues, das haben kluge köpfe lange vor uns erkannt. einer davon war rudi dutschke, der führer der apo, der AUSSERPARLAMENTARISCHEN opposition. und dutschke war es auch, der damals schon sagte: „es ist keine zeit nüchterner, kalter, von praxis getrennter reflexion, sondern eine zeit der mobilisierung.“ raus aus den etablierten parteien – leicht kontrollierbare und zu unterwandernde institutionen mit verkrusteten, systemtragenden strukturen. rein in eine apo. also. fangen wir an, uns zu mobilisieren. unkontrolliert von mittlerweile indoktrinierten (partei-)strukturen. ich möchte in 30 jahren nicht hilflos mit den achseln zucken wie meine oma, als ich sie einmal fragte, was SIE eigentlich vor (damals) 70 jahren tat. warum das ganze gewäsch hier? wir haben verantwortung. wir alle. ob du willst oder nicht. und: irgendwie haben wir am ende ja doch
die wahl, wer wir sein wollen: