Nachfolge

Michelangelo Pieta

Warum Selbstverleugnung? Nachfolge und Kreuz von Dietrich Bonhoeffer
Bolsonaro & The Apocalypse: The Most Dangerous Man on Earth | George Monbiot
Selbstverleugnung kann niemals aufgehen in einer noch so großen Fülle einzelner Akte
der Selbstzermarterung oder asketischen Übungen; es heißt nicht Selbstmord, weil auch hier doch der Eigenwille des Menschen sich durchsetzen kann. Selbstverleugnung heißt, nur Christus kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn sehen, der vorangeht, und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist. Selbstverleugnung sagt wiederum nur:
Er geht voran, halte dich fest an ihn…

Das erste Christusleiden, das jeder erfahren muss, ist der Ruf, der uns aus den Bindungen dieser Welt herausruft. Es ist das Sterben des alten Menschen in der Begegnung mit Jesus Christus. Wer in die Nachfolge eintritt, gibt sich in den Tod Jesu, er setzt sein Leben ins Sterben. Das ist von Anfang an so; das Kreuz ist nicht das schreckliche Ende eines frommen, glücklichen Lebens, sondern es steht am Anfang der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Jeder Ruf Christi führt in den Tod. Ob wir mit den ersten Jüngern Haus und Beruf
verlassen müssen, um ihm zu folgen, ob wir mit Luther aus dem Kloster in den weltlichen Beruf hineingehen, es wartet in beidem der eine Tod auf uns, der Tod an Jesus Christus,
das Absterben unseres alten Menschen an dem Rufe Jesu.

Der Christ wird zum Lastträger, – “einer trage des anderen Last, so werdet ihr das
Gesetz Christi erfüllen” (Galater 6:2). Wie Christus unsere Last trägt, so sollen wir die Last der
Brüder tragen. Das Gesetz Christi, das erfüllt werden muss, ist das Kreuztragen.

Der Mensch kann die ihm auferlegte Last auch abschütteln. Aber er wird damit nicht
von der Last überhaupt frei, sondern er trägt nun eine viel schwerere, unerträglichere Last.
Er trägt das selbstgewählte Joch seiner selbst. Jesus hat alle, die mit mancherlei Leiden und Lasten beladen sind, gerufen, ihr Joch abzuwerfen und sein Joch auf sich zu nehmen, das sanft, und seine Last, die leicht ist. Sein Joch und seine Last ist das Kreuz.
Unter seinem Joch sind wir seiner Nähe und Gemeinschaft gewiss.
Er selbst ist es, den der Nachfolgende findet, wenn er sein Kreuz aufnimmt.

Ob wir den Frieden Gottes wirklich gefunden haben, wird sich daran erproben, wie wir
zu den Trübsalen, die über uns kommen, stehen. Es gibt viele Christen, die wohl ihre Knie beugen vor dem Kreuz Christi, die sich aber gegen jede Trübsal in ihrem eigenen Leben nur zur Wehr setzen und sich sträuben. Sie glauben, das Kreuz Christi zu lieben, aber das Kreuz in ihrem eigenen Leben hassen sie. So hassen sie in Wahrheit auch das Kreuz Jesu Christi, sie sind in Wahrheit Verächter des Kreuzes, die selbst mit allen Mitteln dem Kreuz zu
entfliehen suchen.

Wer also die Trübsal, wer Verzicht, Not, Verleumdung, Gefangenschaft in seinem Leben nur hasst, der mag sonst vom Kreuz mit noch so großen Worten reden, er hasst das Kreuz Jesu und hat keinen Frieden mit Gott. Wer aber das Kreuz Christi liebt, der fängt an, auch die Trübsal in seinem Leben zu lieben, und zuletzt wird er mit der Schrift sprechen können: „Wir rühmen uns auch der Trübsal.“

Was du auch heute für Lasten tragen musst, Vergiss nicht!
der Herr ist mit dir

Es steht dem Knecht nicht gut, danach zu trachten, reich, groß und geehrt zu sein in dieser Welt, in der sein Meister arm, gering und verachtet war. Georg Müller


Tim Hughes- Here I Am To Worship

The Passion of the Christ
See, Mother, I make all things new.
If the world hates you remember that it has hated me first. Father, you can do all things.
If it is possible, let this chalice pass from me …
The Helper will come who reveals the truth about God. Remember also that no servant is greater than his master. If they persecuted me, they will persecute you. You must not be
afraid. Father, into your hands I commend my spirit. Amen, I tell you on this day you shall
be with me in paradise.
I cannot be with you much longer, my friends. You cannot go where I am going.
My commandment to you after I am gone is this … Love one another.
As I have loved you … so love one another.
You believe in me. You know that I am the Way, the Truth and the Life.
And no one comes to the Father but by me.






Ich will alleine bleiben, und er sagt mir: „Komm und folge mir!” Ich schmiede Pläne,
und er sagt mir: „Gib sie auf!” Ich will begreifen, und er sagt mir: „Glaube!”
Ich will Poesie, und er redet mir konkret! Ich will Gewalt, und er redet mir vom Frieden!
Ich rede vom Frieden, und er sagt mir, er sei gekommen, um das Schwert zubringen.
Ich will größer sein, und er sagt mir: „Werde wie ein Kind!”
Ich will mich verstecken, und er sagt mir: „Zeig dein Licht!”
Ich will auf den ersten Platz, und er sagt mir: „Setz dich auf den letzten!” Pater Zezinho
Nicht herrschen, sondern dienen von Johannes E. von Holst

Katastrophen und Tragödien – Was folgt daraus? von Charles E. Moore
„Die Zeit der Barmherzigkeit ist vorüber“
„Ihr werdet von Kriegen hören, und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen.
Gebt acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das
Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere,
und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der
Anfang der Wehen.“ Matth.24, 6-8)

Jesus sagte seinen Jüngern, sie sollten sich bereit machen und auf sein Kommen
vorbereiten.
Er unterwies sie, wie ein Haushalter dafür zu sorgen, dass der Haushalt
gut läuft und während der Abwesenheit des Meisters unter Kontrolle ist (Matth.24, 42-51).
Mit anderen Worten: Jesus ermahnte sie so zu leben, dass Gottes Herrschaftsbereich so
ist wie er sein sollte. Lebt so, dass Gottes Haus in Ordnung ist – bereit, ihn willkommen
zu heißen.
Jesus sagt, dass sein Königreich nur denen gegeben wird, die die erwarteten Früchte bringen (Matth.21, 43). Seine Nachfolger sind diejenigen, die für seinen Dienst
gekleidet
sind (Luk.12, 35) und sich mit Dingen befassen, die Bestand haben
(Joh.15,14; Luk.12,33).

Mit anderen Worten: Jesus bittet seine Nachfolger, für eine andere Art von Welt zu
leben – für eine Sozialordnung, die hier und jetzt zeigt, wie Gottes Ordnung in Wirklichkeit aussieht. Gottes Ordnung ist gleich einer Familie und entspricht einem Leben, das nicht auf persönlicher Zufriedenheit, persönlichem Wohlergehen, Macht und Prestige aufgebaut ist, sondern auf Selbstlosigkeit und fröhlichem Dienst füreinander.

Wird Christus die einfachen Taten des Glaubens finden, die seinem Königreich
entsprechen – brennende Liebe und gegenseitiges Mitleid? Oder wird er Menschen
finden, die ihre Herzen verhärtet haben und sich in ihrer kleinen egoistischen Welt verstecken, wie Küken unter den Flügeln der Henne (Matth.23, 37)?

Oder wird er wieder weinen, wie damals über Jerusalem, weil wir unser Leben verbarri-
kadiert und die Dinge übersehen haben, die den Frieden bringen sollen (Luk.19, 41-42)?
Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat unsere Welt viele schreckliche Katastrophen erlebt. Erkennen wir die Zeichen der Zeit? Sehen wir unsere Welt in dem größeren Zusammenhang mit Gottes Plan, alles neu zu machen? Wenn dem so ist – leben wir auch dem entsprechend? Jesus sagt: „Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt“ (Luk.12, 37). Die Frage ist: Sind wir bereit?Die Unsicherheiten dieser Zeit sind das Rohmaterial für unsern Glauben.
Gott hält die ganze Welt in seiner Hand. Corrie ten Boom

An Italian woman takes her daughter to her first communion, 1940

Es gab mal eine Zeit, wo man fast Angst haben musste, sich als Jünger Jesu zu bekennen, weil das so vieles in sich schloss. Heutzutage hingegen kann man es bedenkenlos tun, denn es bedeutet gar nichts. Søren Kierkegaard

Die letzten Christen Interview mit Andreas Knapp
Zunächst einmal gilt vom Evangelium her, dass jeder, der in Not ist, bei Christen Hilfe finden muss, dass Christen sich allen zuwenden, die notleidend sind, ohne danach zu fragen, welcher Religion sie angehören, welche Rasse, welche Hautfarbe sie haben.
Jeder Mensch, der in Not ist, ist für uns der Bruder oder die Schwester, in denen
wir Christus selber erkennen.
Nun gibt es aber Menschen, die besonders bedroht sind.
Das sind z.B. die Minderheiten. Und ich plädiere deshalb für eine Unterstützung der
christlichen Geflüchteten aus dem Orient, weil sie zu einer besonders bedrohten Minderheit gehören. Auch die Muslime sind bedroht, aber sie gehören nicht einer besonders
bedrohten Minderheit an.
Minderheiten haben noch weniger Chancen, weil sie zum Beispiel in ihrer eigenen Heimat kein Gebiet mehr finden, wo sie in Sicherheit leben können.
Das ist bei den Muslimen nicht der Fall. Es gibt sunnitische und schiitische Länder oder
große Gebiete, wo sie Zuflucht finden können. Für Christen gibt es das in ihrer eigenen Sprache und Kultur fast nicht mehr. Es gibt noch den Libanon, der aber sehr bedroht ist, weil das ganze Gleichgewicht aus den Fugen ist, und es gibt noch Jordanien.
Dann ist aber auch schon Ende im ganzen Nahen Osten.
Der besondere Schutz leitet sich für Dich aus dem Status einer verfolgten Minderheit ab –
das ist nicht ein Aufruf zu einer besonderen Solidarität unter Christen?

Nein, weil ich glaube, dass vom Evangelium her jeder Mensch in Not für uns Schwester
und Bruder ist, unabhängig von der Religion oder Konfession. Das ist ja gerade das
Typische des Christentums, dieser universale Gedanke – im Gegensatz zum Islam,
wo zum Beispiel die Armensteuer nur für Muslime gebraucht werden darf.
Innerhalb des Islam ist ein ganz starkes Denken beheimatet: „Muslime helfen Muslimen“.
Das Christentum hat eine andere Menschheitsphilosophie. Nämlich: Jeder Mensch ist Bild Gottes und jeder Mensch ist für mich Schwester und Bruder.
Das ist im Islam etwas anders, dort gibt es Abstufungen. Der Bruder, das ist der Bruder im Glauben.

Aber dann gibt es sozusagen die Stiefgeschwister, das sind die „Leute des Buches“, die sind nicht richtig gläubig und deswegen sind sie auch eben immer diskriminiert worden.
Das dürfte es im Christentum nicht geben. Ich sehe hier einen großen Unterschied zwischen Islam und Christentum. Und ich denke, unser Erbe ist es, dass jeder Mensch als Bild Gottes Achtung verdient und, wenn er verfolgt wird, unsere Hilfe. Die Christen im Orient verdienen deswegen eine besondere Hilfe, weil sie so eine verletzte Geschichte mit sich bringen. Sie sind durch die Genozide mehr verletzt als die anderen, und als Minderheit
haben sie niemanden, der sich in ihren Heimatländern für sie einsetzt.

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“
(Martin Niemöller, deutscher evangelischer Theologe, 1892-1984)

Wo wir gegen die Liebe gefehlt, müssen wir durch vermehrte Liebe sühnen;
wo wir dem Reich des Bösen gedient, müssen wir desto eifriger für das Reich
des Guten kämpfen; wo wir uns gegen nun Verstorbene verschuldet,
müssen wir’s den Lebenden bezahlen. 1908

Live from your heart now and free
Rest now and be
Rest for all that has left to be
What once was lost we will have returned
Got back to us
the time we earned.
I stepped back in time
Controlled the plots that were not mine
Somehow I overtook
the shields and rivers and fields and flowers
All but bloomed where my soul just turned

I fled along the stony walls
where farmlands grew high and heavy
waiting for me to dig in
To run run run
Into the woods
Where all turned and tossed
and nothing seemed real
I stepped back in time
along the rivers, fields and fires to shine
Places where my soul first burned
all but bloomed
Lost time I earned
Scented blossom flowers and fires blazing
I ran passed the village
the scars I was facing
The houses empty
The woods magnetic
Pulling pulling
Earth fulfilling
this hunger stilling

Lost time I earned
My soul first burned
and learned to shine
Now arisen, I left that time
Into the woods, the woods were mine
Where all turned and tossed
and nothing seemed real
What once was lost
Got back to us
The time we earned
our souls first burned
We left but learned

Susan Gerards
03-06-2019
„We Left, we Learned“

~ They tried to bury us but they didn’t know we were seeds ~
Dinos Christianopoulos