Pfingsten

Predigt vom 12.06.2022 – Über die geistliche Wiedergeburt
Joh 3,3 Jesus Christus spricht: Amen! Amen! Ich sage dir:
Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren werde,
so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Durch das Wort geschieht die Wiedergeburt, in der Verkündigung des Wortes.
Römer 10 heißt es: Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber aus dem
Wort Jesu Christi. Da ist der Geist Jesu.

Die Gemeinde kommt zu denen, die geistlich arm sind. Sie kommt zu denen, die um Christi willen alles aufgeben, auch ihre eigenen Ideen und Ansprüche. Das kann überall geschehen; wenn es geschieht, dann entsteht Einmütigkeit unter den Menschen. Sie besteht im Heiligen Geist. Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, dorthin sendet Christus die Gemeinde – dort, wo jeder sich ganz und gar mit seinem Eigentum, seinem Vorrecht und seiner Macht um Christi willen aufgibt. J. Heinrich Arnold (1913–1982)

Pfingsten im Gefängnis von Dietrich Bonhoeffer
Die seltsame Geschichte vom Sprachenwunder hat mich auch wieder sehr beschäftigt. Dass die babylonische Sprachenverwirrung, durch die die Menschen einander nicht mehr verstehen können, weil jeder seine eigene Sprache spricht, ein Ende haben und überwunden sein soll durch die Sprache Gottes, die jeder Mensch versteht und durch die allein die Menschen sich auch wieder untereinander verstehen können, und dass die Kirche der Ort sein soll, an dem das geschieht, das sind doch alles sehr große und wichtige Gedanken.

Das Pfingstwunder der Liebe Auszüge aus Vorträgen im Jahr 1926 und 1934 von E. Arnold
Von der Umwälzung aller Verhältnisse und aller Dinge zur Gerechtigkeit Gottes – können wir nur dann sprechen, wenn wir es ganz fühlen und voll erkennen, daß diese Umwälzung uns selbst, dich und mich, uns Menschenbrüder alle meint. Wir Menschen müssen umgestürzt und neu hingestellt werden. Wir Menschen sind an allem schuldig, was sich in sozialer Ungerechtigkeit, in Menschenentwürdigung und gegenseitiger Schädigung in den persönlichen und öffentlichen Verhältnissen auswirkt. Wir sind allen Menschen verschuldet, weil wir ihre Entwürdigung und Erniedrigung nicht beachten, weil wir sie übersehen und überhören. Aus der Liebe zu Gott sollen wir den Nächsten lieben.
Wir leben in Armut und persönlicher Eigentumslosigkeit um der Liebe Christi und um der Ärmeren und Ärmsten willen. Es gibt so unendlich viel Elend, daß man keinen Reichtum und kein reiches Leben ertragen kann, wenn man in der Liebe Christi steht.

Fasziniert von der Urgemeinde Eine persönliche Geschichte von Tobias Jones
Obwohl wir im Moment nicht in einer Gemeinschaft leben, klingt der Lockruf der Apostelgeschichte noch in meinen Ohren. Und Italien scheint wie ein guter Ort, um eine kommunalistische Vision zu verfolgen. Man findet hier katholisches Engagement, die Waldenserkirche, viele Großfamilien und eine historisch bedeutende kommunistische Partei –
überall, wo man hinschaut, zeigen sich die Alternativen zum Materialismus,
in Kirchen, Zufluchtshäusern, Rehas und Kommunen.
Ich bin immer noch überzeugt, dass es keinen Sinn hat, sich sonntagmorgens zu
versammeln, wenn dies nicht die natürliche Folge davon ist, dass man den Rest
der Woche das Leben miteinander teilt.

Und da liegt der Haken: Das Leben im 21. Jahrhundert ist so hektisch und isolierend, dass jeder eine scheinbar unzählbare Menge an Verpflichtungen hat, die ihn davon abhalten, sich tiefer auf Menschen einzulassen. Meiner Erfahrung nach werden, wenn sich eine
Gemeinschaft nur einmal pro Woche trifft, die Nebensächlichkeiten zur Hauptsache
(z. B. welche Lieder wir singen oder wann der Gottesdienst beginnt). Menschen streiten sich über relativ unbedeutende Details und gelangen so zu der Überzeugung, dass es
nicht ratsam ist, sich tiefer aufeinander einzulassen.
Es ist eine echte Herausforderung, aber ich versuche immer noch, die Menschen davon zu überzeugen, dass wir viel mehr miteinander teilen müssen. Besitz zu teilen ist bereichernd, sogar aufregend, sowohl in politischer als auch in geistlicher Hinsicht. Wer möchte nicht die Gier überwinden, egal ob man religiös ist oder nicht? Je mehr wir in der Lage sind, großzügiges Teilen zu einem Teil unseres Lebens zu machen, umso überzeugender ist
unsere Einladung.

Das Pfingstwunder der Liebe
Auszüge aus Vorträgen im Jahr 1926 und 1934 von Eberhard Arnold

Wir sind allen Menschen verschuldet, weil wir ihre Entwürdigung
und Erniedrigung nicht beachten, weil wir sie übersehen und überhören.
Der eine Herr und die Einigkeit unter Christen von Christoph Friedrich Blumhardt
Man kann auch nicht die Einheit herstellen dadurch, dass alle das gleiche denken,
fühlen und glauben. Eins werden wir dadurch, dass wir einem Herrn untertan sind.