Ernst Bloch

Ernst Bloch
Ernst Bloch Zentrum
Ernst Bloch – Interview
Erinnerungen an Ernst Bloch: Wo noch niemand war – Ein Autorengespräch mit G. Ueding
Ernst Bloch und das Prinzip Hoffnung.
Sogar ein Bloch Unverdächtiger wie Peter Sloterdijk meint, daß die Vernunft uns heißt eine Bejahung von Verhältnissen zu versuchen. Warum aber bleiben trotzdem viele wenn nicht die meisten Denker in kulturpessimistischen Denken verfangen?

„Nur sanft sein heisst noch nicht gut sein. Und die vielen Schwächlinge, die wir haben, sind noch nicht friedlich. Sie sind es nur im billigen, schlechten Sinn dieses Wortes, sind es allzu leicht. […] Daneben überall die vielen Duckmäuser, sagen nicht so und nicht so,
damit es nachher nicht heisst, sie hätten so oder so gesagt. Leicht gibt sich bereits
als friedlich, was mehr feig und verkrochen ist.“

„Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht.“

„Die meisten Menschen sind zu feig zum Bösen, zu schwach zum Guten“

„Die Sehnsucht scheint mir die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen.“

„Die Eitelkeit ist das letzte Kleid, das der Mensch auszieht.“

„Die Nazis haben betrügend gesprochen, aber zu Menschen; die Sozialisten völlig wahr, aber von Sachen. Es gilt, zu Menschen völlig wahr von ihren Sachen zu sprechen.“

„Er [der Pöbel] ist käuflich und sinnlos gefährlich, folglich kann er von denen, die die
Mittel haben und die an den faschistischen Pogromen wahrhaft sachlich interessiert sind,
verblendet und gebraucht werden.“

„Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor
Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heisst sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäusserung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“

„Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und
von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht.“

„Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.“

„Nur still – da geht einer in sich. Das bessert ihn, wie er meint. Doch das merkt niemand, bleibt er darin zu lange. Er tritt dann oft nur auf sich selber herum.“

WERKE
Kritische Erörterungen über Heinrich Rickert und das Problem der Erkenntnistheorie,
Dissertation, 1909.
Geist der Utopie, München, 1918.
Thomas Müntzer als Theologe der Revolution, München 1921.
Durch die Wüste – Kritische Essays, Paul Cassirer Verlag, Berlin 1923.
Geist der Utopie, endgültige Fassung, Paul Cassirer Verlag, Berlin 1923.
Spuren, Berlin, 1930.
Erbschaft dieser Zeit, Zürich, 1935.
Freiheit und Ordnung, Berlin, Aufbau-Verlag, 1947.
Subjekt – Objekt, 1949.
Christian Thomasius, 1949.
Avicenna und die aristotelische Linke, (Leipzig 1949) Rütten & Loening, Berlin 1952.
Das Prinzip Hoffnung, 3 Bände, 1954–1959 (ISBN 3-518-28154-2).
Widerstand und Friede. Aufsätze zur Politik, Suhrkamp Verlag, 1968, Neuausgabe 2008,
mit DVD: Ernst und Karola Bloch. Die Tübinger Zeit, ISBN 978-3-518-41981-6.
Spuren, 1959 (ISBN 3-518-28150-X).
Naturrecht und menschliche Würde, 1961.
Tübinger Einleitung in die Philosophie, Suhrkamp Verlag, 1963 (ISBN 3-518-10011-4).
Atheismus im Christentum, Suhrkamp Verlag, 1968 (ISBN 3-518-28163-1).
Politische Messungen, Pestzeit, Vormärz Suhrkamp Verlag, 1970 (ISBN 3-518-28160-7).
Das Materialismusproblem, seine Geschichte und Substanz, Suhrkamp Verlag, 1972
(ISBN 3-518-28156-9).
Experimentum Mundi. Frage, Kategorien des Herausbringens, Praxis, Suhrkamp Verlag, 1975 (ISBN 3-518-28164-X).
Fabelnd Denken. Essayistische Texte aus der “Frankfurter Zeitung”,
Klöpfer und Meyer, 1997 (ISBN 3-931-40219-3).