Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer: Christen, die nur mit einem Bein auf der Erde stehen, stehen wohl auch nur mit einem Bein im Himmel. Und weiter: Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion auf, sondern zum Leben.

Leben und Werk
Er tritt für ein neues Verhältnis der Kirche zum Staat ein: Wenn die Menschenwürde verletzt und damit Gottes Gebote missachtet werden, hat die Kirche nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.

Bonhoeffer will in einem gemeinsamen geistlichen Leben in der Gemeinde, angefangen in der Pfarrerschaft, die Einsicht wecken: Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen. So will er von der Gemeinde her die Kirche erneuern: Auch die betende Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie Kirche für andere ist.

Dietrich Bonhoeffer: Worte für jeden Tag
Die Kirche muß aus ihrer Stagnation heraus. Wir müssen auch wieder in die freie Luft der geistigen Auseinandersetzung mit der Welt.

Heiliger Geist, gib mir den Glauben, der mich vor Verzwiflung und Laster rettet.

Christentum bedeutet Entscheidung.

Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte.

Die Kraft des Menschen ist das Gebet. Beten ist Atemholen aus Gott; beten heißt sich Gott anvertrauen.

Es kommt in einer christlichen Gemeinschaft alles darauf an, daß jeder Einzelne ein unentbehrliches Glied einer Kette wird.

Ein schwerer, verhängnisvoller Irrtum ist es, wenn man Religion mit Gefühlsduselei verwechselt. Religion ist Arbeit. Und vielleicht die schwerste und gewiß die heiligste Arbeit, die ein Mensch tun kann.

Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Dankbarkeit sucht über der Gabe den Geber.

Dankbarkeit macht das Leben erst reich.

Das rechte Wort kommt aus dem Schweigen, und das rechte Schweigen kommt aus dem Wort.

Die Stunde unseres Scheiterns ist die Stunde der unerhörten Nähe Gottes und gerade nicht der Ferne.

Gott ist kein zeitloses Fatum, er wartet und antwortet auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten.

Nicht der religiöse Akt macht den Christen, sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben.

Der Mensch soll sich nicht fürchten, wir sollen uns nicht fürchten! Das ist der Unterschied des Menschen von aller Kreatur, daß er in aller Ausweglosigkeit, Unklarheit und Schuld um eine Hoffnung weiß und diese Hoffnung heißt: Dein Wille geschieht, ja, dein Wille geschieht.

Nicht zurück, aber auch nicht in unübersehbare Fernen schaut der Mann, der den Pflug führt, sondern auf den nächsten Schritt, den er tun muß; Rückblicke sind keine christliche Sache. Laß dahinten Angst, Kummer, Schuld. Du aber sieh auf den, der dir einen neuen Anfang gegeben hat.