GENTIS FELICITAS


Die Erneuerung der Schweiz
Deutschland muß das Land bleiben, wie wir es kennen und lieben
Islamisierung – Es ist 20 nach 12! Dr. Michael Ley in Wien
AfD – Dr. Gottfried Curio sorgt im Bundestag für Empörung auf der linken Flanke
Merkel: Kanzlerin der Ausländer! – Gottfried Curio – AfD-Fraktion im Bundestag
Theologe Körtner: Kirchen verwechseln Nächstenliebe mit offenen Grenzen
Lauterbach über Syrer Ahmad: „Ob er arbeiten will oder nicht ist egal“
Finanzexperte: Die Flüchtlingskrise kostet Deutschland fast eine Billion Euro
Berlin: Kriminelle arabische Clans spucken auf die Staatsgewalt
Inschallah: Was uns bald ganz konkret bevorsteht
What has multiculturalism brought to world
Merkels neue antisemitische Menschen arabischen Ursprungs
Orban: „Wir stehen vor der größten Schlacht!“
Viktor Orbán: Es geht um die Zukunft – Kulturelle Besetzung oder nicht?
Urlaubswelle im Irak und Syrien: Flüchtlinge auf Heimaturlaub
Die Insiderin Lengsfeld packt aus – über Merkel, GroKo, Flüchtlingskrise, Zensur, NetzDG
Safranski: Gleichsetzen von konservativ und Nazi ist verantwortungslos
Islam laut Sloterdijk nicht mit moderner Gesellschaft vereinbar
Vera Lengsfeld: Die Antifa ist ein Büttel der Herrschenden
Vera Lengsfeld:Die Antifa macht die Drecksarbeit für die Regierung

Schweden veröffentlicht Aufklärungsfilme für Migranten
Orbáns Rede: Endzeit für Europa | 16. Juni 2018

Das Kapital will die demokratische Republik aka Nationalstaat abschaffen. Hier ein aktueller Propagandafilm der Deutschen Bank:
Der Nationalstaat muss in Europa abgeschafft werden!
Ulrike Guérot ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie ist Professorin für Europapolitik und Gründerin des European Democracy Lab (EDL) in Berlin und beschäftigt sich mit der Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.
Dazu ein Auszug von Stephan Steins aus einer seiner Schriften (2010): „Im Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels von 1848 heisst es u.a.:
»Die Bourgeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf. Sie hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die notwendige Folge hiervon war die politische Zentralisation. Unabhängige, fast nur verbündete Provinzen mit verschiedenen Interessen, Gesetzen, Regierungen und Zöllen wurden zusammengedrängt in eine Nation, eine Regierung, ein Gesetz, ein nationales Klasseninteresse, eine Douanenlinie.« Was im Kommunistischen Manifest (entsprechend dem damaligen Entwicklungsstand) die Bildung regionaler „Provinzen“ zu regionalen „Nationen“ analysierte und beschrieb, lässt sich heute quasi 1:1 auf die imperiale Ebene übersetzen – man tausche lediglich das Wort „Provinzen“ durch „Nationalstaaten“ aus, denke also einfach eine Ebene höher. Wir sehen also, wie unsere Analyse der heutigen Entwicklung hier vollständig mit dem Kommunistischen Manifest korrespondiert.” – Zitat Ende

JOHANN AMOS COMENIUS AUSGEWÄHLTE WERKE III
GEORG OLMS VERLAG

GENTIS FELICITAS

EIN Volk oder eine Nation ist eine Vielheit von Menschen, die aus gleichem Stamme entsprossen sind, an demselben Ort der Erde (wie in einer gemeinsamen Behausung, die man Vaterland nennt) wohnen, gleiche Sprache sprechen und durch gleiche Bande gemeinsamer Liebe, Eintracht und Mühe um das öffentliche Wohl verbunden sind.

(2) Viele und verschiedene Völker gibt es unter dem Himmel, sie sind alle durch göttliche Fügung in diesem Charakterzug gekennzeichnet: wie jeder Mensch sich selbst liebt, so jede Nation, sie will sich wohlbefinden, im wechselseitigen Wetteifer sich zum Glückszustand anfeuern.

(3) Sicherlich ist ein Volk von der menschlichen Naturanlage entartet, wenn es so weit die Sorge für sich aufgegeben hat, daß es weder sein Unglück kennenlernen, noch durch fremdes Glück zur Nacheiferung angetrieben werden will oder kann.

(4) Glücklich hingegen ist das Volk, das darauf achtet, was die Erhabenheit der menschlichen Natur erfordert, und sich bemüht, zum Gipfel ihres Glanzes sich zu erheben.

(5) Laßt uns nun auch betrachten, was ein Volk so auszeichnet, daß es verdienterweise glücklich und glückselig gepriesen werden kann!

(6) Laßt uns aus der heiligen Schrift, aus den Worten der Weisen und dem gesunden Menschenverstand alle Erscheinungen des Glückes zusammensuchen, daß wir, sofern wir an ihm teilhaben und wir erlahmen würden, über die zu ergänzenden Lücken in besserer
Erfahrung vorteilhafter nachdenken können.

(7) Um im allgemeinen aufzuzählen, nennen wir die Nation glücklich, die 1. zahlreich;
2. mit gutem Boden für den Wohnplatz ausgestattet; 3. nicht mit Auslä
ndern vermischt;
4. von guten Nachbarn, nicht von Feinden umgeben ist; 5. die, wenn diese übermütig werden, Schmähungen zu unterdrücken und sich Frieden zu verschaffen weiß; 6. daheim Frieden und Eintracht hält; 7. und mit hierzu dienlichen Verordnungen und guten Gesetzen vortrefflich ausgerüstet; 8. durch einen Hüter der Gesetze, eine gute und weise Obrigkeit,
wohl gesichert ist. 9. Diese Obrigkeit soll nicht fremder, sondern einheimischer Abstammung und den Untertanen durch Blutsbande verbunden sein; 10. sie nicht durch das Joch der Knechtschaft bedrücken, sondern in Freiheit lassen. 11. In einem solchen Volke tut jeder freudig und frisch, von niemandem gehemmt, das Seine. 12. Wirtschaft und Gewerbe genießen bei allen Ansehen. 13. Überfluß an Dingen, Schätze und Reichtum sind die Folge,
so daß jeder, der sein Werk tut, sein Brot ißt und es nicht anderen entreißt. 14. Wenn zur öffentlichen Sicherheit 15. eine gute Jugenderziehung und Menschlichkeitspflege hinzukommt, glänzt ein Volk auch im Lob der Weisheit. 16. Ein reiner, inbrünstiger Gottesdienst ruft vom Himmel allen göttlichen Segen herab. 17. Diesem Volke möge Gott außerordentliche Zeichen seiner Gegenwart und Gunst geben. 18. In all diesen Dingen diene ein solches
Volk anderen Völkern zur Bewunderung. – Laßt uns nun dies im einzelnen betrachten!

(8) Den vortrefflichsten Ausspruch über das Glück haben wir aus Gottes Mund selbst:
Er versprach Abraham, seinem Getreuen, den er zu seinem Freunde berief, viele Segnungen
u. setzte an erste Stelle diese: Ich will dich zu einem großen Volke machen (I. Mos. XII, 2); ich will deine Nachkommen so zahlreich machen wie Krümchen der Erde (XIII, 16); zähle die Sterne, ob du sie zu zählen vermagst, so zahlreich sollen deine Nachkommen sein. (XV, 5).

(9) Den nächsten Grad seines Segens gab Gott diesem Volke bei der Schenkung eines guten Landes, wo Milch und Honig floß. Wenn er so oft ihnen dies versprach, so oft lobend es pries, so oft die Undankbarkeit gegen dieses Geschenk ihnen vorwarf (die Bücher Moses‘ und der Propheten sind voll davon), so zeigte er damit genügend, wie hoch diese Art von Geschenk eingeschätzt werden will.

(10) Daß eine eingeborene Bevölkerung eines Landes ohne Mischung mit Fremden ein Teil des Glückes ist, kann man daraus schließen, daß Gott, als er seinem Volke jenes gute Land übergab, riet, andere nicht zu dulden, und ihnen verbot, sich mit ihnen zu mischen, wie wir oft lesen.

(11) Benachbarte Völker zu Freunden, nicht zu Feinden zu haben ist ein Geschenk Gottes u. ein Teil des Glückes. Das zeigt sich auch, als Gott dem Volke Israel versprach, er werde, wenn sie in seinen Befehlen wandelten, die Feinde von allen Seiten fernhalten und bewirken, daß sein Volk ohne Zittern in seinem Lande leben könne (3. Mos. XXVI, 5).

(12) Wenn die hereinbrachen, die die Ruhe des Gottesvolkes stören wollten, versprach der Herr den Seinen Kraft und Waffenerfolg: Fünf von uns sollen hundert in die Flucht schlagen und hundert von uns ihrer zehntausend (3. Mos. XXVI, 8). Aber auch aus der Geschichte aller Völker erhellt, daß Volksgenossen als unkundige Schar Gottes, durch günstigen Waffenerfolg das Glück des Staates zu errichten pflegten.

(13) Wer zweifelt, daß die vaterländische Eintracht ein Teil des Glückes ist? Quum ea res parvae crescant, discordia maximae etiam dilabantur ? Also wünschen wir dem Volke,
dem wir am meisten wohlwollen, Frieden und Ruhe wie Ps. CXXII, 6. 7.

(14) Gute Gesetze mögen gleichsam Bande der Eintracht sein, sie mögen alle und alles im Gleichgewicht halten, Unrecht von Unschuldigen abwenden und Gewalttätigen Strafen auferlegen, in kurzen Worten: Salus reipublicae in legibus est.

(15) Aber da noch so gute Gesetze ohne Auslegung stumm, ohne Durchführung tot sind, so geben die ihrem Volke vollendet wahres Glück, die mit Macht an der Spitze stehen, sofern sie weise, liebevoll und schonend gegen Rechtschaffene, streng gegen Übeltäter sind.

(16) Alsdann ist es offenbar, daß es Glück für ein Volk bedeutet, wenn ein eingeborener blutsverwandter König regiert. Deshalb gab Gott seinem geliebten Volke Israel, dem er am meisten wohlwollte, diesen Rat, niemals einen Ausländer sich zum König zu setzen, sondern nur einen Volksgenossen (5. Mos. XVII, 15). In Verheißungen und Segnungen sagte er, kein Fremder würde Israel beherrschen, wenn es ihm gehorsam wäre (5. Mos. XV, 6).

(17) Warum sollte nicht die öffentliche Freiheit aller Stände ein Teil des Glückes sein? Ohne Zweifel ist sie ein Glücksgut, je allgemeiner, um so besser. Besser ist die Sonne, die am hellen Tage allen leuchtet, als die Kerze, die einem Menschen, einem Hause Licht bringt, usw.

(18) Man muß es mit Recht für einen allgemeinen Glücksschatz halten, wenn Frische des Körpers und Geistes gleichsam einem Volke angeboren ist. Denn wer mit lässiger Hand arbeitet, verarmt, der Fleißigen Hand aber schafft Reichtum (Spr. X, 4). Es läßt sich gelüsten, jedoch vergeblich, die Seele des Faulen, aber der Fleißigen Seele wird reich gelabt (XIII, 4). Gewiß, wo allgemeine Lebhaftigkeit einem ganzen Volke eigen ist, können Erfolge im Staatsinteresse und Freude nicht ausbleiben.

(19) Das öffentliche Glück vermehrt sich, wo gute Künste herrschen, sowohl mechanische wie freie. Denn man vertreibt allerwärts die Trägheit durch beständigen Fleiß und Wetteifer. Es ist ein guter Erfolg für die zu allem tüchtigen Menschen, wenn untätige, bettelarme und andere unnütze Massen in einem Lande nicht gelitten werden, genau so wie am lebenden Körper man nicht tote od. morsche Glieder duldet.

(20) Daher rührt der Überfluß an Dingen. Die Schrift gibt einen Wink, daß er ein Teil des Glückes sei, wenn sie den blühendsten Zustand des israelitischen Reiches unter Salomo besonders lobend sagt, er habe alle Könige und Königreiche an Reichtum und Weisheit übertroffen. Könige und Völker brachten ihm Geschenke, silberne und goldene Gefäße, Gewänder, Kriegswaffen, Spezereien, Pferde und Maultiere. In den Tagen Salomos wurde das Silber nicht geschätzt, weil in Jerusalem ein so großer Überfluß daran vorhanden war wie an Steinen, eine solche Menge Zedern wie Maulbeerfeigenbäume usw. (I. Kön, X von 21 an usw.).

(21) Die Heilige Schrift zeigt, indem sie die salomonischen Zeiten besonders lobt, was für ein glänzender Edelstein im Schatz des Glückes die öffentliche Sicherheit ist:
Es wohnte Juda und Israel ohne jede Furcht, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, solange Salomo lebte (I. Kön. IV, 25).

(22) Sicherlich besteht auch das Glück des Volkes in guter Jugenderziehung, denn Moses, David, Salomon und andere fromme und weise Führer der Völker rechneten es zu den größten Obliegenheiten ihrer Regierung, auf die Erziehung zu achten und sie zu fördern. Wie sich der Anfang fügt, so alles; wie man das Kind erzieht, so wird der Mann, weise oder töricht, fromm oder gottlos usw. (Spr. XXII, 6). Die Menge der Weisen aber ist das Heil der Welt (Weish. VI, 26). Und wie die Eiche als Stütze einer Brücke oder eines Dammes ihn nicht sinken läßt, so hält ein heiliger Same in einem Volke dieses aufrecht, Gott ist Zeuge (Jes. VI, 13). Daher gab David sich selbst den Kindern zum Erzieher und war bereit, sie heranzubilden (Ps. XIV, 11). Und Salomon erbot sich, seine Sprüche für sie zu schreiben (Spr. I, 4). Glücklich ist das Volk, das an guten Schulen, guten Büchern, guten Einrichtungen und
Methoden für die Jugenderziehung reich ist.

(23) Wie reine Religion zum Volksglück beiträgt, zeigt der Ausspruch Davids: Wohl dem Volk, dessen Gott Jahve ist, dem Volk, das er sich zum Eigentum erwählt hat (Ps. XXXIII, 12). Denn ihm ist Jahve Gott Sonne und Schild, Huld und Herrlichkeit verleiht Jahve: Kein Gut versagt
er denen, die unsträflich wandeln
(Ps. LXXXIV, 12).

(24) Ein außerordentliches Zeichen von Gottes Gegenwart ist es, wenn Gott einem abirrenden Volke, das sich deshalb Strafe zuziehen wird, durch außerordentliche Erinnerungen Zeichen des Zornes gibt, wenn es darin fortfährt, Zeichen der Gnade, wenn es davon abläßt. Solche sind die Erd- und Himmelszeichen, in göttlicher Inspiration fortgerissene Männer und Frauen, die Ungewöhnliches, was jenseits des Menschlichen liegt, in Gottes Namen reden; oder ein andermal starke Männer mit außerordentlichen Begabungen an Rat und Tatkraft, die die Gelegenheit und den Antrieb zur Verbesserung der eingefleischten Übel bieten. Gott hob diese Wohltat stärker hervor, wenn er zum Volk Israel sprach:
Vo
n euren Söhnen ließ ich welche als Propheten und von euren Jünglingen als Nasiräer auftreten (Amos II, 11). Ferner: Der Herr ließ erstehen rächende Helden, die die heftig Bedrängten aus der Hand ihrer Räuber befreien sollten (Richter II, 16).

(25) Das letzte Zeichen des Glückes ist, wenn andere Völker ein Volk aller seiner Güter wegen bewundern und sagen: Wahrlich, das ist ein weises und kluges Volk! ein grosses Volk,
eine erhabene Nation, der Gott so nahe ist! (5. Mos. IV, 6. 7). Heil dir Israel, wer ist wie du? ein Volk, siegreich durch Jahve! er ist der Schild, der die Hilfe bringt, und er das Schwert, das dich glorreich macht (5. Mos. XXXIII, 29).

(26) Diese 18 Kennzeichen eines glücklichen Volkes, die am Beispiel des heiligen Volkes
Israel dargetan wurden, könnte man auch am Beispiel anderer größerer und glücklicherer Völker (Chaldäer, Perser, Griechen, Römer usw.) erweisen. Aber ich hoffe, es ist dies an sich genügend klar und braucht nicht erweitert zu werden. Laßt uns nun dazu kommen, diese Regeln und Normen anzuwenden und uns selbst zu betrachten, wie glücklich wir in unserem Volke sind, oder wie viel uns fehlt!

(27) Notgedrungen muß man im voraus jenes Wort des Dichters wiederholen: Nihil omni
ex parte beatum! Also wenn nichts vollkommen glücklich ist, so auch kein
Volk. Sehr vielen mangelt es an den meisten von den genannten Teilen des Glückes, wenn auch nicht der Zahl nach, so doch dem Grade. Wie oft hatte selbst das von Gott vor anderen geliebte und vor allen glücklich gepriesene Volk Israel ein volles Ausbleiben des Glückes zu erleiden! Das zeigt sich, wenn man seine Lage betrachtet in Ägypten, in der Wüste, unter den Richtern, unter den verschiedenen Königen, bald unter frommen und weisen wie David, Salomo, Josaphat, Josias, unter denen alles in Blüte stand, bald aber unter gottlosen und törichten wie Rehabeam, Manasse, Ahab und Isebel usw., unter denen alles tiefer sank, bis es zerfiel, daß nichts elender war als die Überbleibsel dieses Volkes.

(28) Dieser Wechsel trifft auch andere Nationen der Erde, bald steigen sie auf, bald fallen sie, bald strahlen sie, bald sind sie in Dunkel gehüllt, bald sind sie glücklich, bald elend, je nachdem entweder die Tugenden die Laster, der Fleiß die Trägheit, die Weisheit die Dummheit übertreffen oder nicht oder Gott als Herr der Welt (für Glück und Zufall ist kein Platz im Reich der Vorsehung) Lohn und Strafe unter die Menschenkinder und unter ganze Völker austeilt, die einen mit Glück segnet, die anderen mit Verderben straft.

(29) Andere Nationen mögen nun sehen und ihr Schicksal erwägen, wenn sie meinen, ihr Heil zu kennen, und annehmen, ihr Unheil sei von Interesse. Für uns bietet sich jetzt die Gelegenheit, diese Normen für das Ungarnvolk anzuwenden. Gott wird’s zu einem guten
Ziele führen.

(30) Fürwahr nichts so Ruhmvolles kann man über ein Volk unter der Sonne sagen, was ich nicht über dich, geliebtes Ungarn, im vollsten Maße auszusprechen wünschte! Mein Gewissen im Heiligen Geist ist mir Zeugnis. Aber wir müssen von unseren Wünschen abstehen, müssen um Hilfe rufen. Es genügt dies jedoch nicht, wenn wir Heilmittel suchen:
Ursachen werden erforscht werden müssen, ohne deren Kenntnis man kaum eine Heilung von Krankheiten vornehmen kann, sonst ist kein oder nur unsicherer Erfolg, oft auch größerer Schaden zu verzeichnen.

(31) Laßt uns also genau einmal die Mängel und Krankheiten, dann deren Ursachen, schließlich die Heilmittel betrachten !

(32) Niemand wird sagen, das ungarische Volk sei eine große Nation, der beachtet, daß es durch die Grenzen eines nicht gerade ausgedehnten oder dichtbevölkerten Reiches umschlossen wird, dieses, obschon einen ansehnlichen Teil davon, nicht allein bewohnt, der kleinere Teil des Landes hingegen im Besitz von Deutschen, Slaven, Ruthenen, Walachen und Türken ist.

(33) Jeder sagt, das Land ist gut und wetteifert an Glück mit den glücklichsten Gefilden Europas. Und dennoch findet man hier auch viele Hungernde, Hungersnöte sind häufig, auch Seuchen, Krankheiten und gewöhnlich früher Tod, daß allenthalben dies Land als Würger seiner Bewohner im üblen Rufe steht (4. Mos. XIII, 33).

(34) Es steht fest, daß das Land nicht nur vom Hunnengeschlecht bewohnt wird, viele Reste alter Einwohnerschaft (slavische Völkerschaften) sind zurückgeblieben, viele sind anderswoher eingebrochen, wie Deutsche, Ruthenen, Walachen und Türken. Daher sprechen die Einwohner nicht eine Sprache, sondern mindestens fünf, ganze Gegenden wechselseitig voneinander trennend, daß einer den anderen nicht mehr versteht wie am Turm zu Babel, nur wenn einer in gemeinsamer lateinischer Sprache dolmetscht (die aber eine sechste völlig neue ist), oder wenn einer zwei, drei oder vier Sprachen gelernt hat, aber keine richtig, wie das zu geschehen pflegt. Diese Verwirrung der Völker, Sprachen und Sitten bringt eine gewisse Barbarei mit sich, verbreitet sie und trübt deutlich das öffentliche Glück.

(35) Fast von allen Seiten werden wir durch solche Nachbarn umgürtet, daß wegen des beständigen Mißtrauens und der Furcht willkommene Ruhe unmöglich ist. Ich begreife daher die Angst vor der gefürchteten Macht der Deutschen (wie ich sehe, wird sie hier nicht gering geschätzt), auch vor den wilden und häufigen Einbrüchen des barbarischen, grausamen Türkenvolkes, die schon das zweite Jahrhundert alles unsicher machen und oft Volksteile in Gefangenschaft abführen, von Tag zu Tag immer mehr Land und Volk in Verwüstung und Ruin bringen.

(36) Es schien, daß Ungarn einstmals diesem wilden Feinde selbständig Widerstand leisten könnte; unter den Hunyadi hielt es glücklich jeden Druck aus und schlug den Angriff zurück; aber die Tapferkeit jenes kriegerischen Volkes bewirkte nach und nach eine Schwächung, und die Macht der Deutschen brachte in diesem J ahrhundert ungeschwächte Hilfe. Aber nicht mit erwartetem Erfolg: Als die Türken, mit denen man in schwankendem Kriegsglück, Sieg und Niederlage wechselnd, häufig kämpfte, tiefer ins Innere des Reiches vordrangen, bei der Besetzung die Adligen schwer in Not brachten, daß sie nur an den äußersten Grenzen des Reiches, im Gebirgsland nach Deutschland und Polen zu (in völliger Bedrängnis ihrer selbst und der übriggebliebenen Untertanen) wohnen mußten. Die Deutschen, die sie eigentlich schützen sollten, unterdrückten sie, sei es  aus Nationalhaß, sei es um der Verschiedenheit der Religion willen, sei es aus anderen Gründen noch mehr, so daß sie bisweilen gezwungen waren, Gewalt der Gewalt entgegen- zusetzen, zur Einigung mit den Türken und Vertreibung dieser (der Deutschen) schreiten mußten.

(37) Geliebte Ungarn, ihr müßt mehr den Wunsch nach vaterländischer Eintracht hegen als mit ihr prahlen. Denn wenn es irgendwo unter der Sonne einen Ort gibt, wo Scheelsucht und Neid herrscht, die Menschen durch inneren Haß und Zwietracht sich aufreiben, sich um nichts kümmern, sondern alles im Stiche lassen, so ist er hier. Als ob jeder nur zu seinem eigenen Vorteil, niemand für das öffentliche Wohl geboren wäre, so leben die meisten dahin. Sicher habt ihr den Ausspruch eines weisen Mannes vernommen: Kaum irgendwo unter den Völkern ist die Sorge ums öffentliche Wohl geringer als bei uns. Und ist es da verwunderlich, daß überall dem öffentlichen Wohl der Verfall droht?

(38) Ich weiß, daß öffentliche Gesetze euch nicht fehlen, wie sie aber sind, möchte ich nicht aussprechen. Unverhohlen werden Gesetze gewünscht, die auf alles und auf alle (auch das niedrigste Volk, das städtische wie das ländliche) sich erstrecken. Daher wird ein Volk, das dies alles nicht weiß, nur in stumpfsinnigem Gehorsam regiert und unter dem Joch der Knechtschaft gehalten. Andere scheinen nicht nach den Gesetzen zu leben, werden lediglich gewohnheitsmäßig regiert.