Der Glaube

Ragaz Gedanken
Sören Kierkegaard Furcht und Zittern
Sören Kierkegaard Christ aus Leidenschaft

Glauben heisst: Ergriffen sein. 1922

Nicht die „Reichen“, die materiell und „geistlich“ Reichen, in ihrem Hochmut, ihrer Sicherheit, ihrer Herzverfettung verstehen Gott, sondern bloss die Armen. 1945

Das Beste, was von Menschen getan worden ist, ist in hoffnungslosen Lagen geschehen, und die Not ist oft genug die Mutter guter Dinge gewesen. 1918

Der Glaube ist ein Werk Gottes und auch eine Tat des Menschen. 1907

Die Glaubensmenschen verstehen Gottes Absichten, darum verkündigen sie die Zukunft, darum wagen sie Wege zu gehen, vor denen andere zurückbeben. 1907

Nur Glaubende können dem Reiche des Lebendigen dienen. 1936

Der Glaube ist eine Flamme, die durch Arbeit wächst und am Widerstand in die Höhe schlägt. 1907

Es gibt eine Wirklichkeit, die erst durch den Glauben wird oder durch den Nichtglauben nicht wird. So wartet eine ganze Welt nur auf den Glauben, um sichtbare Wirklichkeit zu werden. Eine ganze Welt wartet umsonst, weil wir nicht Glauben haben. 1936

Es gibt kein Fatum – auch kein fromm angestrichenes. Wenn irgend etwas, so gehört dies zum Wesenskern des Glaubens an den lebendigen Gott, der den Sinn der Bibel bildet. Die Geschichte ist nicht der Ablauf eines fertiggestellten Apparates. 1932

Von alters her hat man die Treue mit dem Glauben in Zusammenhang gebracht: Treu und Glauben! Der Zusammenhang ist tiefer, als viele ahnen. 1926

Dietrich Bonhoeffer

Heiliger Geist, gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung und Laster rettet.

Christentum bedeutet Entscheidung.

Wo noch Hoffnung ist, da ist kein Unterliegen.

Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.
Schiller: Wallensteins Lager 7. (Wachtmeister)

Ein zweischneidiges Schwert von Henri J.M. Nouwen

Das Evangelium verlangt eine Entscheidung, eine radikale Entscheidung, eine Entscheidung, die nicht überall auf Lob, Unterstützung und Anerkennung stößt.

Ein Ruf zur selbstlosen Liebe von Meister Eckhart

Lernen Gottes Willen zu wollen
Nichts macht einen Menschen mehr zu einem wahren Menschen, als wenn er seinen eigenen Willen aufgeben kann. Der einzige vollkommene und wahre Wille entsteht, wenn wir in Gottes Willen eingehen und ohne Selbstwillen sind. Die Vollkommenheit des menschlichen Willens besteht darin, in Harmonie mit dem göttlichen Willen zu sein, indem wir nur wollen, was Gott will und den Weg, den er dafür wählt, annehmen.

Als der Engel Maria erschien, gab es nichts was sie je hätte tun können um die Mutter Gottes zu werden; aber im gleichen Moment als sie ihren eigenen Willen aufgab, wurde sie die Mutter des ewigen Wortes und empfing Gott in dieser Stunde.

Gott hat sich noch nie einem fremden Willen gegeben, und er wird das auch nie tun. Nur wo er seinen eigenen Willen findet, wird er sich selbst mitteilen und bleiben, mit allem was er ist.

Gott wird taub wenn wir Tag und Nacht rufen “Herr, dein Wille geschehe.” Und dann, wenn Gottes Wille geschieht, sind wir entrüstet und mögen es überhaupt nicht. Wenn unser Wille Gottes Wille wird ist das gewiss gut; aber wieviel besser wäre es, wenn Gottes Wille zu unserem Willen wird …

Jeder der durch die Gnade Gottes seinen Willen völlig und ganz mit Gottes Willen vereint, braucht in seinem inbrünstigen Verlangen nur zu sagen: „Herr, zeige mir was dein innigster Wille ist und gib mir die Kraft ihn zu erfüllen!“ Und Gott wird das tun, so wahr er lebt, und zwar vollkommen und überfließend.

Niemand muss denken, dass dies unmöglich zu erreichen ist, denn es ist Gott, der dies tut. Manche sagen vielleicht, dass sie das nicht haben. Ihnen kann ich nur sagen, dass sie mir leid tun. Wenn du allerdings noch nicht einmal danach verlangst, dann tust du mir noch mehr leid. Wenn du es nicht hast, dann verlange wenigstens danach! Und wenn du selbst das Verlangen nicht hast, dann sehne dich doch wenigstens nach diesem Verlangen!

Zur Freude geschaffen von Alice von Hildebrand

„Im Zweiten Weltkrieg war ich auf einem der letzten amerikanischen Schiffe, die Frankreich verließen. Unser Schiff wurde von einem deutschen Unterseeboot aufgebracht, und wir bekamen eine Stunde Zeit, um das Schiff zu verlassen. Ich war fest davon überzeugt, dass wir sterben sollten. Absolut! Und ich hatte ein überwältigendes Erlebnis. Im Bruchteil von Sekunden sah ich mein ganzes Leben vor mir in den ausführlichsten Einzelheiten, die man sich denken kann. Es war unglaublich. Was sah ich?

Gott hat jeden Menschen für eine bestimmte Aufgabe geschaffen. Das geschieht aus Liebe zu dir, zu mir, zu jedem. Das Problem ist, dass wir unsere eigene Pläne machen. Wir wollen sie auf bestimmte Art und zu einer bestimmten Zeit verwirklicht sehen. Und dann werden wir ärgerlich, wenn unsere Pläne sich nicht so konkretisieren, wie wir uns das vorgestellt haben. Und doch kommen wir in unserem Leben an einen Punkt wo wir sagen:
„Du, o Gott, musst mich führen.“

Die heilige Theresa von Lisieux sagte einmal etwas, das mir großen Eindruck machte:
„Ich mag das am liebsten, was Gott für mich ausgewählt hat.“ Du lieber Gott, was will man wirklich noch mehr? Wenn Gott es für mich wählt, ledig zu bleiben, soll ich dann sagen: Das ist mir das liebste?

Ich weiß, was wir uns wünschen ist manchmal sehr töricht, doch was Gott für uns wählt, ist immer das Beste. Ich meine, er hat mir mein Gesicht ausgewählt. Ich habe mein Gesicht nicht selbst gewählt. Ich könnte zu ihm sagen, wir haben nicht den gleichen Geschmack. Denn es gibt Menschen, die sind so schön, dass ich nicht anders kann als mir zu sagen, dass ich wünschte ich wäre wie sie. Aber Gott weiß was ich gemacht hätte, wenn ich ein schönes Gesicht bekommen hätte. Jeder würde es sehen und ich würde in schreckliche Versuchungen gestürzt – ich hätte mich für eine Königin gehalten und geglaubt, dass ich auf alles Anspruch habe.

Mit leiblicher Schönheit passiert es leicht, dass man sich in sich selbst verliebt, wie der griechische Hirte Narcissus, als er sein Gesicht entdeckte. Hier auf Erden haben wir das Gesicht, das Gott für uns ausgewählt hat, aber ich glaube, dass wir in der Ewigkeit das Gesicht haben werden, das wir verdienen. Jede Tat der Liebe, jedes anständige und geduldige Verhalten und jede Selbstlosigkeit hinterlassen für die Ewigkeit Spuren in deinem
Gesicht.

Glauben zu haben ist ein unendlicher Segen; zu glauben, dass es einen Gott gibt, der dich geschaffen hat und der dich liebt und weiß, dass du eine unsterbliche Seele hast. Achte auf deine Seele. Um das geht es. Was immer dir geschieht, sage dir „Mein Gott, ich hätte es vielleicht anders gewählt, aber es ist deine Wahl. Und deshalb liebe ich es.“
Ich glaube, das ist der Schlüssel zum Sinn des Lebens.